Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung – Ver­si­che­rungs­pflicht für Archi­tek­ten

Weil er kei­ne Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung vor­ge­hal­ten und des­halb sei­ne Berufs­pflich­ten schuld­haft ver­letzt hat, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz als Berufs­ge­richt für Archi­tek­ten­be­ru­fe einem frei­en Archi­tek­ten eine Geld­bu­ße auf­er­legt.

Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung – Ver­si­che­rungs­pflicht für Archi­tek­ten

Dem (rhein­land-pfäl­zi­schen) Berufs­ge­richt für Archi­tek­ten­be­ru­fe beim Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz obliegt die Ahn­dung von schuld­haf­ten Berufs­pflicht­ver­let­zun­gen von Mit­glie­dern der Archi­tek­ten­kam­mer Rhein­land-Pfalz.

Der freie Archi­tekt ist in die Archi­tek­ten­lis­te des Lan­des Rhein­land-Pfalz ein­ge­tra­gen und damit Mit­glied der Lan­des­ar­chi­tek­ten­kam­mer Rhein­land-Pfalz in Mainz. Eine Bau­her­rin frag­te bei der Kam­mer an, ob der Mann eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung abge­schlos­sen habe und führ­te spä­ter zudem Beschwer­de, dass ihr Anwe­sen infol­ge von Pla­nungs­feh­lern des Kam­mer­mit­glieds Män­gel auf­wei­se. Der Archi­tekt erklär­te, dass er kei­ne Ver­si­che­rung habe. Nach­dem er auch in der Fol­ge kei­ne Ver­si­che­rung abschloss, bean­trag­te der Vor­stand der Archi­tek­ten­kam­mer beim Ver­wal­tungs­ge­richt die Ein­lei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens.

Der Archi­tekt habe sei­ne Berufs­pflich­ten schuld­haft ver­letzt, befan­den die Rich­ter. Das Vor­hal­ten einer aus­rei­chen­den Haft­pflicht­ver­si­che­rung sei prä­gend für die frei­en Beru­fe, ins­be­son­de­re auch für Archi­tek­ten. Die Ver­si­che­rung die­ne dem Schutz der Bau­her­ren, aber auch der Archi­tek­ten selbst bei Haf­tungs­fäl­len, die ange­sichts der von Archi­tek­ten betreu­ten hohen Ver­mö­gens­wer­te exis­ten­zi­el­le Aus­wir­kun­gen für bei­de Ver­trags­part­ner haben könn­ten. Die Min­dest­ver­si­che­rungs­sum­me für jeden Ver­si­che­rungs­fall müs­se 1,5 Mil­lio­nen € für Per­so­nen­schä­den sowie 250.000,– € für sons­ti­ge Schä­den betra­gen. Vor­lie­gend sei unter Berück­sich­ti­gung der finan­zi­el­len Situa­ti­on des Archi­tek­ten und des­sen anhal­ten­der Wei­ge­rung, sich zu ver­si­chern, eine Geld­bu­ße von 1.000,– € ange­mes­sen.

Damit trifft es der Arch­ti­tekt frei­lich noch güns­ti­ger als ande­re freie Beru­fe – bei denen führt näm­lich das Nicht­un­ter­hal­ten einer Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung zum Wider­ruf der Zulas­sung.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Urteil vom 2. Dezem­ber 2010 – BG‑A 1/10.MZ