Betrug durch Anla­ge­ver­mitt­ler als Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs bestimmt sich bei Zusam­men­ar­beit meh­re­rer Betei­lig­ter im Rah­men einer Tat­se­rie die Zahl der recht­lich selb­stän­di­gen Hand­lun­gen im Sin­ne von § 53 Abs. 1 StGB für jeden Täter grund­sätz­lich nach der Anzahl sei­ner eige­nen Hand­lun­gen zur Ver­wirk­li­chung der Ein­zel­de­lik­te.

Betrug durch Anla­ge­ver­mitt­ler als Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt

Wirkt ein Täter an ein­zel­nen Taten ande­rer Betei­lig­ter selbst nicht unmit­tel­bar mit, son­dern erschöp­fen sich sei­ne Tat­bei­trä­ge hier­zu im Auf­bau und in der Auf­recht­erhal­tung des auf die Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten "Geschäfts­be­trie­bes", sind die­se Tat­hand­lun­gen als – unei­gent­li­ches – Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt zu einer ein­heit­li­chen Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB zusam­men­zu­fas­sen 1.

Von die­ser Hand­lungs­ein­heit sind nur die Fäl­le aus­ge­nom­men, in denen der Täter selbst einen indi­vi­du­el­len Tat­bei­trag erbringt.

Danach sind hier für den Ange­klag­ten alle fest­ge­stell­ten Ein­zel­fäl­le des Betru­ges, in denen allein sei­ne Ver­mitt­ler tätig waren recht­lich als unselb­stän­di­ge Tei­le eines der­ar­ti­gen Orga­ni­sa­ti­ons­de­likts zu bewer­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Okto­ber 2014 – 3 StR 365/​14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.07.2009 – 2 StR 160/​09, StV 2010, 363; vom 14.11.2012 – 3 StR 403/​12, StV 2013, 386; und vom 23.05.2013 – 2 StR 555/​12, wis­tra 2013, 389[]