Dro­hen­de Zah­lungs­un­fä­hig­keit

In Fäl­len der (dro­hen­den) Zah­lungs­un­fä­hig­keit ver­langt die Recht­spre­chung ent­we­der eine stich­tags­be­zo­ge­ne Gegen­über­stel­lung der fäl­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten einer­seits und der zu ihrer Til­gung vor­han­de­nen oder kurz­fris­tig her­bei­zu­schaf­fen­den Mit­tel ande­rer­seits oder eine Bewer­tung sog. wirt­schafts­kri­mi­na­lis­ti­scher Anzei­chen 1.

Dro­hen­de Zah­lungs­un­fä­hig­keit

Wird eine Gegen­über­stel­lung gewählt, muss die Dar­stel­lung der Liqui­di­täts­la­ge zu aus­ge­wähl­ten Stich­ta­gen so aus­sa­ge­kräf­tig sein, dass dem Revi­si­ons­ge­richt die Kon­trol­le mög­lich ist, ob das Land­ge­richt von zutref­fen­den Vor­aus­set­zun­gen aus­ge­gan­gen und einen nach­voll­zieh­ba­ren Rechen­weg gewählt hat 2.

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall kor­re­spon­diert die Fest­stel­lung der Zah­lungs­un­fä­hig­keit ledig­lich mit Anga­ben des Zeu­gen Rechts­an­walt Hir­te, der nur im Ergeb­nis eine Unter­de­ckungs­quo­te zu ver­schie­de­nen Stich­ta­gen berich­tet hat. Die sach­ver­stän­di­ge Zeu­gin F. hin­ge­gen, Sach­be­ar­bei­te­rin für Buch­prü­fung beim Lan­des­kri­mi­nal­amt, konn­te auf­grund der man­gel­haf­ten Buch­hal­tung zu den hier ent­schei­den­den Stich­ta­gen kei­nen Liqui­di­täts­sta­tus berech­nen. Eine kon­kre­te stich­tags­be­zo­ge­ne Gegen­über­stel­lung im o.g. Sin­ne fehlt mit­hin.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. August 2016 – 1 StR 290/​16

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 21.08.2013 – 1 StR 665/​12, NStZ 2014, 107 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.02.2009 – 3 StR 372/​08, NJW 2009, 2225, 2226 mwN[]