Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit

Die Bun­des­re­gie­rung hat zur Unter­rich­tung des Deut­schen Bun­des­ta­ges ihren "Elf­ten Bericht über die Aus­wir­kun­gen des Geset­zes zur Bekämp­fung der ille­ga­len Beschäf­ti­gung" vor­ge­legt. Auch wenn sie nach eige­nem Bekun­den Umfang und Ent­wick­lung der Schwarz­ar­beit in Deutsch­land nicht mit abso­lu­ten Zah­len bele­gen kann, ent­hält die­ser Bericht eini­ge inter­es­san­te Zah­len.

Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit

Ver­wie­sen wird in dem Bericht auf eine Stu­die, nach der das Volu­men der Schwarz­ar­beit drei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts aus­ma­chen könn­te. In einer ande­ren Stu­die wer­de die Schat­ten­wirt­schaft, die wei­ter gefasst sei als die rei­ne Schwarz­ar­beit, auf 14 bis 15 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts bezif­fert.

Die für die Bekämp­fung der Schwarz­ar­beit zustän­di­ge Zoll­ver­wal­tung lei­te­te im Jahr 2008 104.564 Ermitt­lungs­ver­fah­ren (gegen­über 117.867 im Jahr 2007) ein. Die Zahl der Per­so­nen­be­fra­gun­gen stieg leicht von 477.035 auf 481.996 an. Dage­gen war die Zahl der Über­prü­fun­gen von Arbeit­ge­bern mit 46.058 stark rück­läu­fig. Sie hat­te im Vor­jahr noch bei 62.256 und im Jahr 2005 bei 83.258 gele­gen. Die Sum­me der fest­ge­setz­ten Geld­bu­ßen stieg von 51,9 auf 56,7 Mio. €.

Schwarz­ar­beit fin­det sich, so die Bun­des­re­gie­rung in ihrem Bericht, in nahe­zu allen Wirt­schafts­be­rei­chen, beson­ders "anfäl­lig" sind aller­dings die Berei­che Bau, Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be, Gebäu­de­rei­ni­ger, Per­so­nen- und Güter­be­för­de­rung sowie die Fleisch­wirt­schaft. Dane­ben fan­den sich bei den Über­prü­fun­gen hand­werks- und gewer­be­recht­li­che Ver­stö­ße bei Haus­meis­ter­diens­ten, im Fri­seur­hand­werk, bei der Repa­ra­tur von Kraft­fahr­zeu­gen und im Bereich Gesund­heits- und Kör­per­pfle­ge.

Ein wei­te­res Pro­blem­feld sind auch "Schein­ent­sen­dun­gen" von Arbeit­neh­mern aus dem euro­päi­schen Aus­land, bei denen Dienst­leis­tun­gen von aus­län­di­schen Fir­men erbracht wer­den, die in ihrem Hei­mat­land aber kei­ne Geschäfts­tä­tig­keit aus­üben und somit nicht ent­sen­de­fä­hig im Sin­ne des EU-Rechts sind.

Die Ent­sen­de­be­schei­ni­gun­gen der aus­län­di­schen Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger sind dabei, so die Bun­des­re­gie­rung, oft­mals zu Unrecht aus­ge­stellt. Aller­dings wür­den die aus­län­di­schen Behör­den die­se Beschei­ni­gun­gen aber oft nicht zurück­neh­men, und die Bear­bei­tungs­zei­ten sei­en unver­hält­nis­mä­ßig lang.

Als wei­te­res Pro­blem­feld beschreibt der Bericht der Bun­des­re­gie­rung Schein­selb­stän­dig­kei­ten ins­be­son­de­re im Pfle­ge­be­reich. Aus Ost­eu­ro­pa stam­men­de Haus­halts­hil­fen, die als Pfle­ge­kräf­te in deut­schen Pri­vat­haus­hal­ten tätig sei­en, wür­den auf selbst­stän­di­ger Basis ver­mit­telt, sei­en tat­säch­lich aber abhän­gig beschäf­tigt. Die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Bean­stan­dun­gen erhöh­te sich seit 2005 von 68.254 auf 237.994. Die Bei­trags­nach­for­de­run­gen stie­gen in die­sem Zeit­raum von 168 auf 204 Mio. €.

Trotz aller Erfol­ge der Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit: Im Jahr 2008 sank als Fol­ge von Ein­s­par­auf­la­gen die Zahl der Beschäf­tig­ten bei der Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit des Zolls von ursprüng­lich 7.000 Beschäf­tig­ten auf der­zeit 6.600.