Gesell­schafts­dar­le­hen im Über­schul­dungs­sta­tus und bei der Gläu­bi­ger­be­güns­ti­gung

Nach Inkraft­tre­ten des MoMiG dür­fen For­de­run­gen aus Gesell­schaf­ter­dar­le­hen im Über­schul­dungs­sta­tus nur dann unbe­rück­sich­tigt blei­ben, wenn für sie ein Nach­rang i.S.v. § 39 Abs. 2 InsO hin­ter die Ansprü­che aus § 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 InsO ver­ein­bart wor­den ist.

Gesell­schafts­dar­le­hen im Über­schul­dungs­sta­tus und bei der Gläu­bi­ger­be­güns­ti­gung

Nach der Auf­ga­be der Rechts­fi­gur der eigen­ka­pi­ta­ler­set­zen­den Gesell­schaf­ter­dar­le­hen durch das MoMiG füh­ren Gesell­schaf­ter­dar­le­hen zu einer Gläu­bi­ger­stel­lung i.S.v. § 283c StGB. Dem­nach erfüllt die Rück­zah­lung eigen­ka­pi­ta­ler­set­zen­der Dar­le­hen nun­mehr grund­sätz­lich den Tat­be­stand des § 283c StGB und nicht den­je­ni­gen des § 283 StGB.

Auch nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des GmbH-Rechts und zur Bekämp­fung von Miss­bräu­chen (MoMiG) am 23.10.2008 gel­ten die Regeln des bis­he­ri­gen Eigen­ka­pi­ta­ler­satz­rechts dann wei­ter, wenn das Insol­venz­ver­fah­ren vor dem 01.11.2008 eröff­net wur­de oder wenn die ange­foch­te­nen Rechts­hand­lun­gen vor die­sem Datum vor­ge­nom­men wur­den und nach altem Recht der Anfech­tung ent­zo­gen oder in gerin­ge­rem Umfang unter­wor­fen waren 1. Ob ein sol­cher Alt­fall hier vor­liegt, da die Über­schul­dung laut Ankla­ge vor Inkraft­tre­ten des MoMiG ein­ge­tre­ten sein soll, die Insol­venz­an­trags­stel­lung jedoch erst danach, kann hier dahin­ste­hen. Durch das MoMiG ist die Rechts­fi­gur des eigen­ka­pi­ta­ler­set­zen­den Gesell­schaf­ter­dar­le­hens näm­lich auf­ge­ge­ben wor­den 2. Gesell­schaf­ter­dar­le­hen wer­den nun­mehr nicht mehr als eigen­ka­pi­ta­ler­set­zend, son­dern bei Kri­sen­ein­tritt als nach­ran­gi­ge For­de­run­gen i. S. von § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO behan­delt 3. For­de­run­gen aus Gesell­schaf­ter­dar­le­hen dür­fen daher auch jetzt im Über­schul­dungs­sta­tus nur dann unbe­rück­sich­tigt blei­ben, wenn für sie ein Nach­rang i. S. von § 39 Abs. 2 InsO hin­ter die Ansprü­che aus § 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 InsO ver­ein­bart wor­den ist 4. Dies ist hier nicht erfolgt, so dass auch nach neu­em Recht zum 31.12.2006 auf­grund der zu pas­si­vie­ren­den Dar­le­hen von H. Gas­tro und von B. H. objek­tiv eine Über­schul­dungs­si­tua­ti­on vor­lag.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 23. Janu­ar 2014 – 2 Ws 347/​13

  1. vgl. dazu Baum­bach-Hueck, GmbHG, 20. Aufl.2013, Anhang § 30 Rdnr. 116 ff.
  2. vgl. dazu BT-Drs. 16/​6140, S. 42
  3. vgl. MK-Rad­tke/­Pe­ter­mann, a. a. O., Rdnr. 73
  4. MK-Rad­tke/­Pe­ter­mann, a. a. O., Rdnr. 73