Groß­ban­ken zah­len für zwei­fel­haf­te Deri­va­te-Geschäf­te Milliarden

Um für Preis­ab­spra­chen bei Kre­dit­aus­fall­ver­si­che­run­gen nicht recht­lich belangt zu wer­den, haben zwölf inter­na­tio­na­le Groß­ban­ken zuge­stimmt, Buß­gel­der in Höhe von 1,87 Mrd. US-Dol­lar zu zah­len. Inves­to­ren hat­ten den Geld­häu­sern zuvor wett­be­werbs­wid­ri­ge Prak­ti­ken vorgeworfen.

Groß­ban­ken zah­len für zwei­fel­haf­te Deri­va­te-Geschäf­te Milliarden

1,87 Mil­li­ar­den wegen ille­ga­ler Preisabsprachen

Kon­kret wird den Groß­ban­ken vor­ge­wor­fen, Preis­ab­spra­chen bei Kre­dit­aus­fall­ver­si­che­run­gen (CDS) getrof­fen zu haben. Ange­klagt waren die Deut­sche Bank, die Bank of Ame­ri­ca, Bar­clays, BNP Pair­bas, Citigroup, Credit Suis­se, Gold­man Sachs, HSBC, JPMor­gan Cha­se, Mor­gan Stan­ley, die Roy­al Bank of Scot­land und UBS. Auch der Daten­lie­fe­rant Mar­kit sowie die Inter­na­tio­nal Swaps and Deri­va­ti­ves Asso­cia­ti­on sind ver­klagt worden.Alle Beklag­ten schei­nen einem Ver­gleich zuge­stimmt zu haben. 1,87 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zah­len sie dafür, dass ihnen ein Ver­fah­ren erspart bleibt. Wel­che Sum­me von den ein­zel­nen Ban­ken gezahlt wur­de, wur­de nicht bekannt gege­ben. Es müs­sen zudem noch wei­te­re Details aus­ge­han­delt wer­den, bevor die zustän­di­ge US-Bezirks­rich­te­rin Denis Cote den Deal absegnet.

Klä­ger füh­len sich durch Markt- und Infor­ma­ti­ons­kon­trol­le übervorteilt

Eine Inves­to­ren­grup­pe, die vom Pen­si­ons­fond der Metall­ar­bei­ter in Cleve­land ange­führt wird, hat­te im Mai 2013 eine Kar­tell­kla­ge ins Leben geru­fen, da sie sich durch die Abspra­chen der Geld­in­sti­tu­te unter­ein­an­der und durch Infor­ma­ti­ons­de­fi­zi­te benach­tei­ligt fühl­te. Sie wirft den Ban­ken vor, dass sie ihre Stel­lung aus­ge­nutzt hät­te, um einen unab­hän­gi­gen Dienst­leis­ter dar­an zu hin­dern, einen Bör­sen­han­del mit CDS eta­blie­ren zu kön­nen. Zudem sol­len Markt­teil­neh­mern der Zugang zu Real­time-Charts ver­wei­gert wor­den sein und neu­en Markt­teil­neh­mer soll der Markt­zu­gang erschwert oder sogar ver­sperrt wor­den sein.

Als Kon­se­quenz hät­ten die Klä­ger über­höh­te Gebüh­ren beim Kauf und Ver­kauf von CDS zah­len müs­sen. Die Geld­in­sti­tu­te hät­ten sich hin­ge­gen unrecht­mä­ßig berei­chert. Die Fonds­spar­te der Lan­des­bank Baden-Würt­tem­berg geht sogar davon aus, dass die Ban­ken so zwi­schen acht und elf Mil­li­ar­den Dol­lar jähr­lich ein­neh­men konn­ten. Vor allem die US-Insti­tu­te JP Mor­gan und Citigroup sol­len hier­von pro­fi­tiert haben. Sie sol­len für 60 Pro­zent des Markt­vo­lu­mens ver­ant­wort­lich sein. Alle Ange­klag­ten zusam­men sol­len 95 Pro­zent des Han­dels mit CDS in Dol­lar kontrollieren.

Markt mit CDS erholt sich

Kre­dit­aus­fall­ver­si­che­run­gen sol­len Inves­to­ren gegen das Risi­ko schüt­zen, dass Anlei­hen oder Kre­di­te nicht aus­ge­zahlt wer­den kön­nen. Seit der Finanz­kri­se, als das Geschäft mit CDS ein­brach, hat sich der Markt wie­der deut­lich erhöht. 2014 wur­den nach Anga­ben der Bank für Inter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich 16 Bil­lio­nen US-Dol­lar umgesetzt.Ohnehin gilt das Geschäft mit Deri­va­ten als der Finanz­markt, der sich am schnells­ten ändert und wächst. CDS gehö­ren zusam­men mit Futures, Opti­ons­schei­nen zu den Deri­va­ten, die einer­seits aus spe­ku­la­ti­ven Grün­den ein­ge­setzt wer­den kön­nen, zum ande­ren jedoch eben­falls der Absi­che­rung die­nen kön­nen. Eine gute Über­sicht dar­über, wie Deri­va­te gehan­delt wer­den kön­nen, erfah­ren Inter­es­sier­te in die­sem Rat­ge­ber auf aktienkaufen.com