Grün­dungs­schwin­del bei der Akti­en­ge­sell­schaft

Die wahr­heits­wid­ri­ge Behaup­tung des Grün­dungs­ak­tio­närs in dem an das Amts­ge­richt über­sand­ten Grün­dungs­be­richt der Gesell­schaft, wonach der Betrag in Höhe von 500.000 € auf dem Kon­to der Gesell­schaft ein­ge­zahlt sei und zur frei­en Ver­fü­gung des Vor­stands ste­he (§ 36 Abs. 2, § 37 Abs. 1 AktG), stellt eine fal­sche Anga­be über "die Ein­zah­lung auf Akti­en" dar, die den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 1 AktG erfüllt 1.

Grün­dungs­schwin­del bei der Akti­en­ge­sell­schaft

Zugleich hat der Grün­dungs­ak­tio­när durch die Falsch­an­ga­ben im Grün­dungs­be­richt (§ 32 AktG) den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 2 AktG ver­wirk­licht; inso­weit liegt jedoch ein ein­heit­li­ches Delikt des Grün­dungs­schwin­dels vor 2.

Dane­ben hat der Grün­dungs­ak­tio­när eine unech­te Urkun­de gebraucht (§ 267 Abs. 1 Var. 3 StGB), indem er ein gefälsch­tes Bestä­ti­gungs­schrei­ben der Bank dem Amts­ge­richt über­mit­teln ließ.

Der Grün­dungs­vor­stand, der den ent­spre­chen­den Grün­dungs­be­richt der Gesell­schaft, der der Anmel­dung zur Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter bei­gefügt wur­de, unter­zeich­net und dar­in wahr­heits­wid­rig die Ein­zah­lung des Betrags in Höhe von 500.000 € bestä­tigt, hat damit fal­sche Anga­ben über die Ein­zah­lung auf Akti­en gemacht (§ 399 Abs. 1 Nr. 1 AktG). Zudem hat er durch die Bestä­ti­gung der Falsch­an­ga­ben im Grün­dungs­be­richt (§ 34 Abs. 2 AktG) den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 2 AktG ver­wirk­licht 3. Inso­weit han­delt es sich um eine ein­heit­li­che Tat des Grün­dungs­schwin­dels.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. März 2016 – 2 StR 36/​15

  1. vgl. Kie­the, in: Münch­Komm- zum StGB, 2. Aufl., § 399 AktG Rn. 45[]
  2. Kie­the, aaO, § 399 AktG Rn. 158[]
  3. vgl. Kie­the, aaO, § 399 AktG Rn. 76[]