Insol­venz­ver­schlep­pung – und die Fra­ge von Zah­lungs­un­fä­hig­keit und Über­schul­dung

Zah­lungs­un­fä­hig­keit liegt gemäß § 17 Abs. 2 Satz 1 InsO vor, wenn der Schuld­ner nicht in der Lage ist, die fäl­li­gen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen zu erfül­len.

Insol­venz­ver­schlep­pung – und die Fra­ge von Zah­lungs­un­fä­hig­keit und Über­schul­dung

Sie ist in der Regel durch eine stich­tags­be­zo­ge­ne Gegen­über­stel­lung der fäl­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten einer­seits und der zu ihrer Til­gung vor­han­de­nen oder kurz­fris­tig her­bei­zu­schaf­fen­den Mit­tel ande­rer­seits fest­zu­stel­len (sog. betriebs­wirt­schaft­li­che Metho­de) 1.

Die Zah­lungs­un­fä­hig­keit kann auch durch soge­nann­te wirt­schafts­kri­mi­na­lis­ti­sche Beweis­an­zei­chen belegt wer­den (sog. wirt­schafts­kri­mi­na­lis­ti­sche Metho­de) 2. Als sol­che kom­men unter ande­rem in Betracht die aus­drück­li­che Erklä­rung, nicht zah­len zu kön­nen, das Igno­rie­ren von Rech­nun­gen und Mah­nun­gen, geschei­ter­te Voll­stre­ckungs­ver­su­che, Nicht­zah­lung von Löh­nen und Gehäl­tern, der Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­ga­ben oder der sons­ti­gen Betriebs­kos­ten, Scheck- und Wech­sel­pro­tes­te oder Insol­venz­an­trä­ge von Gläu­bi­gern 3.

Über­schul­dung liegt gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 InsO vor, wenn das Ver­mö­gen die Schul­den nicht mehr deckt.

Um sie zu ermit­teln, bedarf es eines Über­schul­dungs­sta­tus in Form einer Ver­mö­gens­bi­lanz, die über die tat­säch­li­chen Wer­te des Gesell­schafts­ver­mö­gens Aus­kunft gibt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2015 – 3 StR 518/​14

  1. BGH, Beschluss vom 30.01.2003 – 3 StR 437/​02, NStZ 2003, 546, 547[][]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 20.07.1999 – 1 StR 668/​98, NJW 2000, 154, 156[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 21.08.2013 – 1 StR 665/​12, BGHR InsO § 15a Abs. 4 Zah­lungs­un­fä­hig­keit 1; G/​J/​W/​Otte, Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht, § 15a InsO Rn. 68 mwN[]