Sicher­ge­stell­te Kos­me­ti­ka

Sicher­ge­stell­te Gegen­stän­de müs­sen bei Ein­stel­lung des staats­an­walt­schaft­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­rens nicht in jedem Fall wie­der her­aus­ge­ge­ben wer­den.

Sicher­ge­stell­te Kos­me­ti­ka

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall wur­den bei einer Haus­durch­su­chung in der Woh­nung der Klä­ge­rin unzäh­li­ge ori­gi­nal­ver­pack­te Kos­me­tik­ar­ti­kel, u.a. 51 Lip­pen­stif­te und 44 Nagel­lack­fläsch­chen, gefun­den. Die Poli­zei­be­am­ten stell­ten die­se Arti­kel in der Annah­me sicher, es han­de­le sich um Die­bes­gut. Nach Ein­stel­lung des dies­be­züg­li­chen staats­an­walt­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­rens ver­lang­te die Klä­ge­rin die Her­aus­ga­be der Kos­me­ti­ka. Dies lehn­te das Poli­zei­prä­si­di­um Koblenz ab. Hier­mit war die Klä­ge­rin nicht ein­ver­stan­den und erhob nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Kla­ge, die ohne Erfolg blieb.

Die fort­dau­ern­de Sicher­stel­lung der Kos­me­tik­ar­ti­kel, so das Gericht, sei recht­mä­ßig. Sie die­ne dem Schutz des Eigen­tü­mers. Die Klä­ge­rin sei zwar bei der Beschlag­nah­me im Besitz der Kos­me­ti­ka gewe­sen und zu Guns­ten des Besit­zers einer Sache spre­che die Ver­mu­tung, dass er auch Eigen­tü­mer sei. Die­se Ver­mu­tung sei vor­lie­gend jedoch durch eine Rei­he von Indi­zi­en wider­legt. Ange­sichts der Viel­zahl der ori­gi­nal­ver­pack­ten Arti­kel, deren hohen Wer­tes von etwa 1.800,– €, der finan­zi­el­len Situa­ti­on der Klä­ge­rin und der wider­sprüch­li­chen Anga­ben im Ver­fah­ren kön­ne nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Klä­ge­rin Eigen­tü­me­rin der sicher­ge­stell­ten Sachen gewe­sen sei. Zudem habe sie auch nicht durch die Vor­la­ge von Kas­sen­bons den recht­mä­ßi­gen Erwerb der Kos­me­ti­ka nach­wei­sen kön­nen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, auch wenn das Ver­wal­tungs­ge­richt die Beru­fung nicht zuge­las­sen hat. Gegen die­se Ent­schei­dung kön­nen die Betei­lig­ten die Zulas­sung der Beru­fung beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tra­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 23. April 2008 – 5 K 1802/​07.KO