Ver­kauf von Fleisch­ab­fäl­len ist Betrug

Der Bun­des­ge­richts­hof hat jetzt die Ver­ur­tei­lung enes baye­ri­schen Fleisch­groß­händ­lers wegen Betru­ges bestä­tigt: Das Land­ge­richt Mem­min­gen hat den Ange­klag­ten wegen Betru­ges in 15 Fäl­len zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren ver­ur­teilt [1].

Ver­kauf von Fleisch­ab­fäl­len ist Betrug

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Mem­min­gen betrieb der Ange­klag­te in den Jah­ren 2004/​2005 ein Lebens­mit­tel­kühl­haus in Iller­tis­sen. Er kauf­te nicht zum mensch­li­chen Ver­zehr bestimm­tes Fleisch (Mate­ri­al der Kate­go­rie 3 im Sin­ne der Ver­ord­nung (EG) 1772/​2002) an und ver­kauf­te es anschlie­ßend als Lebens­mit­tel mit deut­lich gestei­ger­ter Gewinn­mar­ge an Abneh­mer aus der Lebens­mit­tel­in­dus­trie. Dabei täusch­te er sei­ne Kun­den über die tat­säch­li­che Beschaf­fen­heit der Ware und ver­ur­sach­te einen Gesamt­scha­den von € 235.827,29.

Der Ange­klag­te hat gegen das Urteil des Land­ge­richts Mem­min­gen Revi­si­on ein­ge­legt und die­se auf die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gestützt. Der 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­ho­fes hat die Revi­si­on als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts Mem­min­gen ist damit rechts­kräf­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Okto­ber 2010 – 1 StR 400/​10

  1. LG Mem­min­gen – Urteil vom 12.03.2010 – 1 Kls 114 Js 19823/​05[]