"Wirt­schafts­kri­mi­nel­le zu mil­de bestraft"

Der Bun­des­ge­richts­hof beklagt nach einem Bericht der FAZ in dem noch nicht ver­öf­fent­lich­ten Urteil zum Köl­ner Müll­skan­dal, dass Wirt­schafts- und Steu­er­straf­tä­ter wegen zu gerin­ger Per­so­nal­aus­stat­tung der Jus­tiz nicht mehr ange­mes­sen bestraft wer­den.

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So bekla­ge der BGH nach der Mel­dung der FAZ:

Nach der Erfah­rung des Senats kommt es bei einer Viel­zahl von gro­ßen Wirt­schafts­straf­ver­fah­ren dazu, dass eine dem Unrechts­ge­halt… adäqua­te Bestra­fung allein des­we­gen nicht erfol­gen kann, weil für die gebo­te­ne Auf­klä­rung der­art kom­ple­xer Sach­ver­hal­te kei­ne aus­rei­chen­den jus­ti­zi­el­len Res­sour­cen zur Ver­fü­gung ste­hen.“

Dadurch ver­ge­he von der Tat bis zum Pro­zess häu­fig zu viel Zeit´und nach den Regeln der Straf­zu­mes­sung und der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on schei­de dann die Ver­hän­gung mehr­jäh­ri­ger Frei­heits­stra­fen aus. Zumin­dest sei es den Gerich­ten des­halb nicht mehr mög­lich, eine Aus­set­zung der Stra­fe zur Bewäh­rung zu ver­sa­gen. Wie die Zei­tung wei­ter berich­tet, warn­ten die Rich­ter des­wei­te­ren davor, das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in die „Unver­brüch­lich­keit des Rechts“ durch „unan­ge­mes­sen mil­de Sank­tio­nen“ zu erschüt­tern. Dem Anlie­gen des Gesetz­ge­bers kön­ne „im Bereich des über­wie­gend tat­säch­lich und recht­lich schwie­ri­gen Wirt­schafts- und Steu­er­straf­rechts“ nur mit einer spür­ba­ren Ver­stär­kung der Jus­tiz Rech­nung getra­gen wer­den.

[gefun­den im Han­dels­blatt]