Zah­lungs­fä­hig – durch treu­wid­ri­ge Ver­mö­gens­ver­schie­bun­gen

Grund­sätz­lich ist es für die Beur­tei­lung der Zah­lungs­fä­hig­keit im insol­venz­recht­li­chen Sinn ohne Bedeu­tung, aus wel­chen Quel­len tat­säch­lich vor­han­de­ne Mit­tel des Schuld­ners stam­men 1.

Zah­lungs­fä­hig – durch treu­wid­ri­ge Ver­mö­gens­ver­schie­bun­gen

Es kommt nicht dar­auf an, ob sich der Schuld­ner die Zah­lungs­mit­tel auf red­li­che oder unred­li­che Wei­se beschafft hat. Insol­venz­recht­lich sind selbst aus Straf­ta­ten her­rüh­ren­de ille­ga­le Ein­künf­te als liqui­de Mit­tel anzu­se­hen 2.

Eine mög­li­che zweck- und treu­wid­ri­ge Ver­schie­bung von Ver­mö­gen ist des­halb nicht von vorn­her­ein unge­eig­net, die Zah­lungs­un­fä­hig­keit der GmbH auf­zu­he­ben.

Ob etwas ande­res gilt, weil die straf­ge­richt­li­che Recht­spre­chung annimmt, hin­sicht­lich Kapi­tal­zu­flüs­sen aus Betrugs­hand­lun­gen bestün­den bereits mit der Zah­lung fäl­li­ge Rück­zah­lungs­an­sprü­che aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB, § 31 BGB in ent­spre­chen­der Höhe 3, die als fäl­li­ge Gegen­for­de­rung ein­zu­stel­len sei­en, konn­te der Bun­des­ge­richts­hof hier dahin­ste­hen las­sen, da sich ein Rück­zah­lungs­an­spruch der Kapi­tal­an­le­ger hier vor­nehm­lich gegen die an die zah­lungs­un­fä­hi­ge Gesell­schaft Zah­len­de rich­te­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2017 – 2 StR 169/​15

  1. vgl. Kaden­bach in Ahrens/​Gehrlein/​Ringstmeier, InsO, 3. Aufl. § 17 Rn. 17[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 14.05.2009 – – IX ZR 63/​08, BGHZ 181, 132, 139[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 23.07.2015 – 3 StR 518/​14, NStZ-RR 2015, 341, 342 mit Anm. Floeth, EWiR 2016, 103, 104[]