Zeu­gen­aus­sa­ge des Neben­klä­gers – nach Akten­ein­sicht

Es exis­tiert kein Rechts­satz des Inhalts, dass eine – auch bei Gewäh­rung der Akten­ein­sicht nach § 406e StPO ohne­hin nicht stets gege­be­ne – Kennt­nis der Ver­fah­rens­ak­ten zur Annah­me der Unrich­tig­keit der in der Haupt­ver­hand­lung erfolg­ten Aus­sa­ge des Zeu­gen drängt 1.

Zeu­gen­aus­sa­ge des Neben­klä­gers – nach Akten­ein­sicht

Auch im Blick auf das in der Recht­spre­chung aner­kann­te Vor­be­rei­tungs­recht eines Zeu­gen 2 lässt sich fer­ner kein Grund­satz auf­stel­len, wonach das Tat­ge­richt stets gehal­ten ist, sich im Rah­men der Beweis­wür­di­gung mit der Ertei­lung der Akten­ein­sicht an den Neben­klä­ger aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Das gilt nament­lich dann, wenn – wie hier – zahl­rei­che Beweis­an­zei­chen außer­halb der Aus­sa­ge des Zeu­gen für deren Rich­tig­keit spre­chen. Anders kann es lie­gen, wenn es etwa im Rah­men einer Kon­stel­la­ti­on Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge in beson­de­rem Maße auf eine Kon­stanz­ana­ly­se ankommt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2016 – 5 StR 52/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 11.01.2005 – 1 StR 498/​04, NJW 2005, 1519, 1520[]
  2. vgl. schon BGH, Urteil vom 28.11.1950 – 2 StR 50/​50, BGHSt 1, 4, 8[]
  3. vgl. auch BGH, Beschluss vom 11.01.2005 – 1 StR 498/​04, aaO[]