Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht des Mit­tä­ters – und das Recht auf kon­fron­ta­ti­ve Befra­gung

Das Recht des Ange­klag­ten auf kon­fron­ta­ti­ve Befra­gung nach Art. 6 Abs. 3 lit. d MRK erfor­dert die beson­ders sorg­fäl­ti­ge und kri­ti­sche Über­prü­fung der Aus­sa­gen von Belas­tungs­zeu­gen, wenn der Ange­klag­te die­se nicht befra­gen oder befra­gen las­sen kann 1.

Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht des Mit­tä­ters – und das Recht auf kon­fron­ta­ti­ve Befra­gung

Hier­von wer­den auch die Ein­las­sun­gen eines mög­li­chen Mit­tä­ters erfasst, der in der Haupt­ver­hand­lung von sei­nem Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht Gebrauch macht 2.

Es bedarf dann regel­mä­ßig einer Bestä­ti­gung der belas­ten­den Bekun­dun­gen durch ande­re wich­ti­ge Indi­zi­en außer­halb der Aus­sa­ge selbst 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Febru­ar 2015 – 3 StR 597/​14

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 08.10.2009 – 2 BvR 547/​08, NJW 2010, 925, 926; BGH, Urteil vom 25.07.2000 – 1 StR 169/​00, BGHSt 46, 93, 104 f.[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.06.2005 – 2 StR 4/​05, NStZ-RR 2005, 321; vom 09.06.2009 – 4 StR 461/​08, NStZ 2009, 581; vom 15.06.2010 – 3 StR 157/​10, NStZ 2010, 589; Urteil vom 16.04.2014 – 1 StR 638/​13, NStZ-RR 2014, 246, 248[]
  3. vgl. BVerfG aaO; BGH, Beschlüs­se vom 22.06.2005 – 2 StR 4/​05, NStZ-RR 2005, 321; vom 17.03.2010 – 2 StR 397/​09, BGHSt 55, 70, 74 f.; Urteil vom 16.04.2014 – 1 StR 638/​13, NStZ-RR 2014, 246, 248 f.[]