(Zwei­ter) Ver­wer­tungs­wi­der­spruch

Es bedarf kei­nes geson­der­ten (zwei­ten) Ver­wer­tungs­wi­der­spruchs im Anschluss an die Ver­neh­mung der Beweis­per­so­nen.

(Zwei­ter) Ver­wer­tungs­wi­der­spruch

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der Wider­spruch näm­lich grund­sätz­lich auch umfas­send vor­ab erklärt wer­den; in die­sem Fall muss ihn der Ver­tei­di­ger nach Abschluss der Zeu­gen­ver­neh­mung nicht noch ein­mal aus­drück­lich wie­der­ho­len 1.

Der Bun­des­ge­richts­hof kann dahin­ge­stellt las­sen, ob ande­res zu gel­ten hät­te, wenn sich bei frei­be­weis­li­cher Klä­rung von der Ver­tei­di­gung erho­be­ner Bean­stan­dun­gen etwa gewich­ti­ge Anhalts­punk­te für deren Halt­lo­sig­keit erge­ben haben wür­den. Dies könn­te im vor­lie­gen­den Fall für den nach rechts­feh­ler­frei­er Wür­di­gung der Schwur­ge­richts­kam­mer durch die Beweis­auf­nah­me wider­leg­ten und von der Ver­tei­di­gung mit der Revi­si­on nicht wei­ter­ver­folg­ten Vor­trag gel­ten, die Ver­neh­mungs­be­am­ten hät­ten die irri­ge Annah­me der Ange­klag­ten aus­ge­nutzt, nicht den Rat eines Ver­tei­di­gers in Anspruch neh­men zu kön­nen, weil sie sich einen sol­chen nicht zu leis­ten ver­mö­ge. Indes­sen stützt sich die Revi­si­on auf die Erwä­gung, die Staats­an­walt­schaft hät­te vor einer Ver­neh­mung zwin­gend auf die Bei­ord­nung eines Ver­tei­di­gers hin­wir­ken müs­sen (§ 141 Abs. 3 Satz 2 StPO). Die­ser Gesichts­punkt wur­de durch die Ver­neh­mun­gen aber nicht berührt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Okto­ber 2014 – – 5 StR 176/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 03.12 2003 – 5 StR 307/​03, NStZ 2004, 389; Urteil vom 27.06.2013 – 3 StR 435/​12, NJW 2013, 2769, 2771 f., inso­weit in BGHSt 58, 301 nicht abge­druckt; KK/​Diemer, StPO, 7. Aufl., § 136 Rn. 28[]