Erschlie­ßungs­bei­trä­ge für die Lei­tungs­er­neue­rung

Für erst­ma­li­ge Her­stel­lung von Was­ser- und Abwas­ser­lei­tun­gen kön­nen von den Gemein­den regel­mä­ßig ein­ma­li­ge Anlie­ger­bei­trä­ge erho­ben wer­den, wäh­rend die spä­te­re Unter­hal­tung der Anla­ge auf Kos­ten der Gemein­de erfolgt bzw. nur über den (Ab-)Wasserpreis umge­legt wer­den kann.

Erschlie­ßungs­bei­trä­ge für die Lei­tungs­er­neue­rung

Wie trotz­dem auch die Erneue­rung einer bestehen­den Was­ser- und Abwas­ser­ver­sor­gung über einen ein­ma­li­gen Anlie­ger­bei­trag auf die Bür­ger umge­legt wer­den kann, zeigt ein aktu­el­les Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in Koblenz. Denn nach dem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat die Ver­bands­ge­mein­de Man­der­scheid einen Anlie­ger der Gar­ten­stra­ße in Groß­litt­gen recht­mä­ßig zu ein­ma­li­gen Bei­trä­gen für die erst­ma­li­ge Her­stel­lung von Was­ser- und Abwas­ser­lei­tun­gen her­an­ge­zo­gen, obwohl bereits seit fast 50 Jah­ren Was­ser- und Abwas­ser­lei­tun­gen bestan­den.

Der Klä­ger des jetzt vom OVG Koblenz ent­schie­de­nen Rechts­streits ist Eigen­tü­mer eines bebau­ten Grund­stücks, das an die Gar­ten­stra­ße in Groß­litt­gen angrenzt. Im Jah­re 1959 wur­de in einem Teil der Gar­ten­stra­ße eine Was­ser­lei­tung ver­legt. Bei der Ver­ab­schie­dung einer bis in das Jahr 2000 rei­chen­den Neu­kon­zep­ti­on des gemeind­li­chen Was­ser­ver­sor­gungs­net­zes beschloss die Gemein­de im Jah­re 1973 den Aus­tausch der vor­han­de­nen Lei­tun­gen gegen sol­che mit grö­ße­rem Durch­mes­ser. Außer­dem soll­te die Was­ser­ver­sor­gung auf einen neu­en Hoch­be­häl­ter umge­stellt wer­den. Nach Abschluss die­ser und ande­rer Maß­nah­men im Jah­re 2007 erhob die Ver­bands­ge­mein­de Man­der­scheid ein­ma­li­ge Was­ser­ver­sor­gungs­bei­trä­ge.

Das von dem Anlie­ger ange­ru­fe­ne Ver­wal­tungs­ge­richt hob den Bei­trags­be­scheid der Ver­bands­ge­mein­de Man­der­scheid auf. Die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Beru­fung der Ver­bands­ge­mein­de hat­te nun jedoch vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz Erfolg.

Bei den im Jahr 2007 mit der Ver­le­gung der Was­ser­lei­tung in der Gar­ten­stra­ße abge­schlos­se­nen Maß­nah­men am Was­ser­ver­sor­gungs­netz in Groß­litt­gen han­de­le es sich um eine bei­trags­pflich­ti­ge erst­ma­li­ge Her­stel­lung der Was­ser­ver­sor­gungs­ein­rich­tung und nicht um die bei­trags­freie Erneue­rung einer bereits vor­han­de­nen Anla­ge, urteil­te das OVG. Denn die bis­he­ri­gen Was­ser­lei­tun­gen sei­en nicht ledig­lich auf den neu­es­ten Stand der Tech­nik gebracht wor­den. Viel­mehr habe auf der Grund­la­ge einer für den Zeit­raum von 25 Jah­ren ange­leg­ten lang­fris­ti­gen Ver­sor­gungs­kon­zep­ti­on eine grund­le­gen­de Ände­rung des Ver­sor­gungs­sys­tems statt­ge­fun­den, so dass die neue Anla­ge mit der ursprüng­li­chen Ein­rich­tung nicht mehr iden­tisch sei.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 24. Febru­ar 2010 – 6 A 10977/​09.OVG