20 Zäh­ne und kei­ne Ein­wil­li­gung

Das Fehl­ver­hal­ten eines Zahn­arz­tes, das zu einer Ver­ur­tei­lung wegen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung geführt hat, ist mit den Vor­stel­lun­gen an eine Arzt­per­sön­lich­keit nicht in Ein­klang zu brin­gen und recht­fer­tigt den Ent­zug der Appro­ba­ti­on.

20 Zäh­ne und kei­ne Ein­wil­li­gung

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Zahn­arz­tes, der wegen Kör­per­ver­let­zung zu einer Frei­heits­stra­fe von acht Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt wor­den war und dar­auf­hin durch das Lan­des­ver­wal­tungs­amt Sach­sen-Anhalt sei­ne Appro­ba­ti­on ver­lor. Hin­ter­grund der Ver­ur­tei­lung war die zahn­ärzt­li­che Behand­lung eines Pati­en­ten, dem der Zahn­arzt unter Voll­nar­ko­se ohne aus­rei­chen­den Befund zwan­zig Zäh­ne gezo­gen hat­te, ohne die Ein­wil­li­gung des Geschä­dig­ten ein­ge­holt zu haben. Gegen den Zahn­arzt war wei­ter mit Straf­be­fehl eine Geld­stra­fe wegen Ver­sto­ßes gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz fest­ge­setzt wor­den. Unter ande­rem auf­grund die­ser Vor­komm­nis­se wider­rief das Lan­des­ver­wal­tungs­amt Sach­sen-Anhalt die Appro­ba­ti­on als Zahn­arzt. Dage­gen hat der Zahn­arzt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg habe sich der Zahn­arzt nach Ertei­lung der Appro­ba­ti­on als unwür­dig erwie­sen. Ins­be­son­de­re der Ver­ur­tei­lung wegen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung lie­ge ein Fehl­ver­hal­ten des Klä­gers zugrun­de, das mit den Vor­stel­lun­gen an eine Arzt­per­sön­lich­keit nicht in Ein­klang gebracht wer­den kön­ne. Der Wil­le des Pati­en­ten ste­he an obers­ter Stel­le und sei von dem Zahn­arzt unge­ach­tet aller Fak­ten zu beach­ten gewe­sen. Er hät­te auch ein­ge­holt wer­den kön­nen. Wenn sich der Zahn­arzt dar­über hin­weg­ge­setzt habe, zei­ge dies, dass er den Pati­en­ten­wil­len negie­re, ein für einen Zahn­arzt unwür­di­ges Ver­hal­ten. Der Ent­zug der Appro­ba­ti­on sei auch im Hin­blick auf die Gefähr­dung der wirt­schaft­li­chen Exis­tenz des Klä­gers nicht unver­hält­nis­mä­ßig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 29. April 2013 – 3 A 339/​11 MD