8 Spiel­ge­rä­te je Spiel­hal­le

Das Land Ber­lin durf­te eine Rege­lung zur Höchst­gren­ze von acht Gerä­ten je Spiel­hal­le tref­fen.

8 Spiel­ge­rä­te je Spiel­hal­le

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg befand in einem von ihm ent­schie­de­nen Eil­ver­fah­ren, dass u.a. die Rege­lung im Spiel­hal­len­ge­setz Ber­lin, wonach Betrei­ber von Ber­li­ner Spiel­hal­len ver­pflich­tet sind, die Anzahl ihrer Spiel­ge­rä­te auf höchs­tens acht Gerä­te je Spiel­hal­le zu redu­zie­ren (§§ 4 Abs. 2, 8 Abs. 3 des Geset­zes), nach sei­ner vor­läu­fi­gen Ein­schät­zung nicht wegen feh­len­der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Lan­des ver­fas­sungs­wid­rig ist.

Nach der bis­he­ri­gen Rege­lung (§ 3 Abs. 2 Spiel­ver­ord­nung) durf­ten in Spiel­hal­len bis zu 12 Gerä­te auf­ge­stellt wer­den. Gegen die stren­ge­re Rege­lung in §§ 4 Abs. 2, 8 Abs. 3 des Ber­li­ner Spiel­hal­len­ge­set­zes haben eine Viel­zahl von Spiel­hal­len­be­trei­bern Kla­gen und vor­läu­fi­ge Rechts­schutz­an­trä­ge erho­ben und u.a. gel­tend gemacht, dem Ber­li­ner Lan­des­ge­setz­ge­ber feh­le für eine sol­che Rege­lung die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz, weil die Auf­stel­lung von Geld­spiel­ge­rä­ten Bun­des­sa­che sei. Dem ist der 1. Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in einer ers­ten Ent­schei­dung im vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nicht gefolgt. Es gehe bei der Fra­ge der zuläs­si­gen Gerä­te­höchst­zahl nicht um die bun­des­recht­li­che Kom­pe­tenz zur Auf­stel­lung von Geld­spiel­ge­rä­ten, son­dern in ers­ter Linie um eine – das Recht der Spiel­hal­len betref­fen­de – Aus­ge­stal­tung der Spiel­hal­len vor Ort. Für der­ar­ti­ge Rege­lun­gen sei der Lan­des­ge­setz­ge­ber im Rah­men der Föde­ra­lis­mus­re­form ermäch­tigt wor­den. Die­ser habe sich auf­grund der seit 2009 signi­fi­kant ange­stie­ge­nen Zahl von Spiel­hal­len­er­laub­nis­sen im Land Ber­lin und der hohen Anzahl der in Ber­lin leben­den Men­schen mit ris­kan­tem bzw. krank­haf­tem Spiel­ver­hal­ten zu der stär­ke­ren Ein­schrän­kung des Ange­bots an Geld­spiel­ge­rä­ten in Spiel­hal­len ent­schlos­sen. Es sei unzwei­fel­haft, dass der Ent­ste­hung von Glücks­spiel­sucht im Bereich des Auto­ma­ten­spiels gera­de durch eine Ein­schrän­kung des Ange­bots an Geld­spiel­ge­rä­ten ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den kön­ne.

Dem wei­te­ren Ein­wand der Antrag­stel­le­rin, sie kön­ne ihren Betrieb wegen der Redu­zie­rung auf nur noch acht Gerä­te nicht mehr wirt­schaft­lich betrei­ben, hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Bedeu­tung bei­gemes­sen. Der Gesetz­ge­ber des Spiel­hal­len­ge­set­zes habe für die Ver­pflich­tung zur Redu­zie­rung der Gerä­te­an­zahl eine Über­gangs­frist von 24 Mona­ten vor­ge­se­hen. Damit hät­ten die Betrei­ber hin­rei­chend Gele­gen­heit gehabt, sich hier­auf ein­zu­stel­len. Dabei sei auch das her­vor­ge­ho­be­ne öffent­li­che Inter­es­se zu berück­sich­ti­gen gewe­sen, das Ent­ste­hen von Glücks­spiel­sucht zu ver­hin­dern.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 29. Okto­ber 2014 – OVG 1 S 30.2013 -