9‑jähriger Bil­dungs­gang am Gym­na­si­um – Die Rück­kehr zu G9

Ein Bescheid des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums über die Ent­schei­dung zur Wie­der­ein­füh­rung des 9‑jährigen Bil­dungs­gangs ist ermes­sens­feh­ler­haft und muss auf­ge­ho­ben wer­den, wenn eine aus­führ­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Kos­ten der bei­den Vari­an­ten 8‑jähriger oder 9‑jähriger Bil­dungs­gang nicht statt­ge­fun­den hat.

9‑jähriger Bil­dungs­gang am Gym­na­si­um – Die Rück­kehr zu G9

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig die Wie­der­ein­füh­rung des 9‑jährigen Bil­dungs­gangs (G9) an einem Gym­na­si­um in Wen­torf bei Ham­burg gestoppt. Dem Ver­fah­ren waren unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen zwi­schen der Schul­lei­tung und der Schul­kon­fe­renz einer­seits, die sich für eine Wie­der­ein­füh­rung von G9 aus­ge­spro­chen hat­ten, und der Gemein­de als Schul­trä­ger ande­rer­seits, die – ins­be­son­de­re aus Kos­ten­grün­den – beim 8‑jährigen Bil­dungs­gang (G8) blei­ben woll­te, vor­aus­ge­gan­gen. Das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um hat bei sei­ner Ent­schei­dung dem 9‑jährigen Bil­dungs­gang den Vor­zug gege­ben. Dage­gen ist Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts ist die Ent­schei­dung des Bil­dungs­mi­nistei­ums ermes­sens­feh­ler­haft getrof­fen wor­den. Das Gericht ver­misst ins­be­son­de­re eine kon­kre­te, auf den Ein­zel­fall bezo­ge­nen Ermitt­lung der jewei­li­gen Kos­ten. Gera­de ange­sichts der schwie­ri­gen Raum­si­tua­ti­on des Wen­tor­fer Gym­na­si­ums hät­te es einer aus­führ­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit den Kos­ten der bei­den Vari­an­ten G8 oder G9 bedurft.

Durch die Auf­he­bung der Ent­schei­dung des Minis­te­ri­ums ver­bleibt es am Wen­tor­fer Gym­na­si­um bis zu einem neu­en Bescheid zunächst beim 8‑jährigen Bil­dungs­gang (G8).

Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig, Urteil vom 14. März 2012 – 9 A 70/​11