90 Kat­zen in einer Woh­nung

Die Weg­nah­me von Kat­zen ist nicht zu bean­stan­den, wenn die­se unter tier­schutz­wid­ri­gen Bedin­gun­gen gehal­ten wur­den und dass dies zu ver­meid­ba­ren Schmer­zen und Lei­den der Tie­re geführt hat. Auch eine Ver­äu­ße­rung der Tie­re ist recht­mä­ßig, wenn die wei­te­re Ver­sor­gung und Pfle­ge der Tie­re mit unver­hält­nis­mä­ßig hohen Kos­ten ver­bun­den gewe­sen wäre.

90 Kat­zen in einer Woh­nung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall den gegen die Fort­nah­me und die Ver­äu­ße­rung der Tie­re gerich­te­ten Eil­an­trag abge­lehnt. Die Antrag­stel­ler, eine Mut­ter mit zwei erwach­se­nen Kin­dern, hiel­ten in Wagen­feld-Strö­hen in einer ca. 85 m² gro­ßen Woh­nung in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus ins­ge­samt mehr als 90 Kat­zen. Ihre Tier­hal­tung war bereits an ihrem vor­he­ri­gen Wohn­ort als tier­schutz­wid­rig bean­stan­det wor­den. Auf­grund von Beschwer­den aus der Nach­bar­schaft kon­trol­lier­ten die Vete­ri­nä­re des Land­krei­ses die Antrag­stel­ler mehr­fach. Nach­dem eine Bes­se­rung nicht ein­trat und die Antrag­stel­ler jede Redu­zie­rung des Bestan­des ablehn­ten, nahm der Land­kreis Diep­holz alle Kat­zen fort und brach­te sie im Tier­heim unter. Mit der Fort­nah­me ord­ne­te der Land­kreis auch die Ver­äu­ße­rung der Kat­zen an. Bis zur Ver­äu­ße­rung ent­stan­den dem Land­kreis Kos­ten für die Unter­brin­gung der Tie­re in Höhe von 5.200,00 EUR und an Kos­ten für tier­ärzt­li­che Behand­lung in Höhe von 6.379,26 EUR.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver folg­te auf Grund­la­ge der doku­men­tier­ten Fest­stel­lun­gen der Beur­tei­lung der Amts­tier­ärz­te, dass die fort­ge­nom­me­nen Kat­zen unter tier­schutz­wid­ri­gen Bedin­gun­gen gehal­ten wur­den und dass dies zu ver­meid­ba­ren Schmer­zen und Lei­den der Tie­re geführt habe. Sie sei­en dadurch erheb­lich ver­nach­läs­sigt wor­den und hät­ten schwer­wie­gen­de Ver­hal­tens­stö­run­gen ent­wi­ckelt. Auch die Ver­wer­tung der Tie­re sei recht­mä­ßig, weil die wei­te­re Ver­sor­gung und Pfle­ge der Tie­re mit unver­hält­nis­mä­ßig hohen Kos­ten ver­bun­den gewe­sen wäre.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschluss vom 19. Novem­ber 2012 – 11 B 4036/​12