A40

Fern­stra­ßen­pla­nun­gen der Bun­des­län­der kön­nen die betrof­fe­nen Kom­mu­nen in ihren städ­te­pla­ne­ri­schen Zustän­dig­kei­ten unzu­läs­sig beschrän­ken, wie jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter fest­stell­te, das heu­te den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss des Minis­te­ri­ums für Bau­en und Ver­kehr für den Neu­bau der A40 in Dort­mund auf­ge­ho­ben hat.

A40

Die­ser Abschnitt der A40 soll teil­wei­se in Tun­nel­la­ge unter der bestehen­den B1 (West­fa­len­damm) zwi­schen der Mär­ki­schen Stra­ße (L672) im Wes­ten und der B236 im Osten ver­lau­fen. Geplant ist unter ande­rem, die nörd­li­che Tun­nel­röh­re über eine unter­ir­di­sche Anschluss­stel­le und einen Ram­pen­tun­nel an den nörd­li­chen Ast der kom­mu­na­len Semer­teich­stra­ße anzu­bin­den. Die bis­lang an der B1 in einer Sack­gas­se enden­de nörd­li­che Semer­teich­stra­ße soll nach Nor­den hin auf einer Län­ge von mehr als 500 m aus­ge­baut und zu einer durch­ge­hen­den Haupt­ver­kehrs­stra­ße wer­den.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat der gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss gerich­te­ten Kla­ge einer benach­bar­ten Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft aus fol­gen­den Grün­den statt­ge­ge­ben:

Dem beklag­ten Minis­te­ri­um feh­le die sach­li­che Zustän­dig­keit für die Plan­fest­stel­lung des nörd­li­chen Astes der Semer­teich­stra­ße. Die­ser Teil des Vor­ha­bens betref­fe eine Stra­ße der Stadt Dort­mund. Für die Pla­nung wäre das Minis­te­ri­um nur zustän­dig, wenn Fol­gen des Neu­baus der A40 für das kom­mu­na­le Stra­ßen­netz aus­zu­glei­chen wären. Die kon­kre­te Pla­nung gehe näm­lich weit über das hin­aus, was als not­wen­di­ge Fol­ge­maß­nah­me für einen Anschluss der A40 und eine zusätz­li­che Anpas­sung an das vor­han­de­ne Ver­kehrs­netz erfor­der­lich sei. Die Maß­nah­men setz­ten von ihrem Umfang und ihrer Qua­li­tät her gese­hen ein städ­te­bau­li­ches Pla­nungs­kon­zept vor­aus, das in die ori­gi­nä­re Kom­pe­tenz der Stadt Dort­mund fal­le. Ins­be­son­de­re der durch die Pla­nung ermög­lich­te Durch­gangs­ver­kehr erfor­de­re beson­de­re pla­ne­ri­sche, auf das städ­ti­sche Ver­kehrs­netz bezo­ge­ne Erwä­gun­gen. Zudem sei für die Anschluss­stel­le Semer­teich­stra­ße Nord der A40 die nach dem Fern­stra­ßen­recht erfor­der­li­che Plan­recht­fer­ti­gung nicht gege­ben. Der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss sei damit ins­ge­samt rechts­wid­rig. Ohne die Rege­lun­gen zum Bau des nörd­li­chen Astes der Semer­teich­stra­ße und der Anschluss­stel­le ver­blie­be kei­ne selb­stän­di­ge und recht­mä­ßi­ge Pla­nung, son­dern nur ein Pla­nungs­tor­so.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 26. August 2009 – 11 D 31/​08.AK

  1. vgl. BVerfGE 128, 226, 244 ff.[]