Abfüh­rung von Kur­ab­ga­ben trotz unwirk­sa­mer Kur­ab­ga­ben­sat­zung

Hote­liers müs­sen bereits erho­be­ne Kur­ab­ga­ben auch dann an die Gemein­de abfüh­ren, wenn die Kur­ab­ga­ben­sat­zung in Tei­len unwirk­sam sein soll­te

Abfüh­rung von Kur­ab­ga­ben trotz unwirk­sa­mer Kur­ab­ga­ben­sat­zung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Greifs­wald einen einst­wei­li­gen Rechts­schutz­an­trag einer Hotel­be­trei­be­rin in der Gemein­de Herings­dorf abge­lehnt, mit dem sich die­se gegen die Auf­for­de­rung des Bür­ger­meis­ters der Gemein­de Herings­dorf gewandt hat­te, von der Hotel­be­trei­be­rin bereits ein­ge­zo­ge­ne Kur­ta­xen an die Gemein­de abzu­füh­ren.

In der Gemein­de Herings­dorf rech­nen die Hotel­be­trei­ber und die pri­va­ten Ver­mie­ter von Feri­en­woh­nun­gen die Kur­ta­xe auf­grund der Rege­lun­gen der Kur­ab­ga­ben­sat­zung direkt mit den Feri­en­gäs­ten ab. Die dabei ein­ge­nom­me­nen Beträ­ge sind an die Gemein­de wei­ter zu lei­ten. Die um Rechts­schutz nach­su­chen­de Hotel­be­trei­be­rin hat­te die Kur­ta­xe bei ihren Gäs­ten abge­rech­net, die Gel­der dann aber nicht an die Gemein­de abge­führt, weil sie, wie auch wei­te­re Hote­liers, die Kur­ab­ga­ben­sat­zung der Gemein­de Herings­dorf für unwirk­sam hält.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat in ihrer Ent­schei­dung aus­ge­führt, dass von den Unter­kunft­ge­bern von ihren Gäs­ten als Kur­ta­xe ver­ein­nahm­te Beträ­ge auch dann an die Gemein­de abzu­füh­ren sind, wenn für die Kur­gäs­te kei­ne Ver­pflich­tung zur Zah­lung der Kur­ta­xe bestan­den haben soll­te, weil Tei­le der Kur­ab­ga­ben­sat­zung, die die Erhe­bung und die Ein­zie­hung der Kur­ab­ga­ben betref­fen, mög­li­cher­wei­se feh­ler­haft und damit unwirk­sam sind. Die Pflicht zur Wei­ter­lei­tung erho­be­ner Kur­ab­ga­ben blei­be von einer der­ar­ti­gen Teil­un­wirk­sam­keit der Kur­ab­ga­ben­sat­zung unbe­rührt.

Eine abschlie­ßen­de Ent­schei­dung über die Wirk­sam­keit oder Teil­un­wirk­sam­keit der Kur­ab­ga­ben­sat­zung der Gemein­de Herings­dorf hat das Gericht in sei­ner Ent­schei­dung nicht getrof­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Greifs­wald, Beschluss vom 26. Juni 2012 – 3 B 208/​12