Abschie­be­haft – und die Aus­rei­se­pflicht nach uner­laub­ter Ein­rei­se

Der Haft­grund des § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Auf­en­thG setzt vor­aus, dass der Aus­län­der auf Grund einer uner­laub­ten Ein­rei­se voll­zieh­bar aus­rei­se­pflich­tig ist. Dabei muss die voll­zieh­ba­re Aus­rei­se­pflicht auf der uner­laub­ten Ein­rei­se beru­hen1.

Abschie­be­haft – und die Aus­rei­se­pflicht nach uner­laub­ter Ein­rei­se

An der Ursäch­lich­keit der uner­laub­ten Ein­rei­se für die voll­zieh­ba­re Aus­rei­se­pflicht fehlt es, wenn der Betrof­fe­ne nach sei­ner Ein­rei­se einen Asyl­an­trag gestellt hat, und ihm daher nach § 55 Abs. 1 Satz 1 und 3 AsylG der Auf­ent­halt im Bun­des­ge­biet zur Durch­füh­rung des Asyl­ver­fah­rens gestat­tet war. Eine sol­che zwi­schen­zeit­li­che Auf­ent­halts­ge­stat­tung lässt die Ursäch­lich­keit der uner­laub­ten Ein­rei­se für die voll­zieh­ba­re Aus­rei­se­pflicht ent­fal­len2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Febru­ar 2017 – V ZB 10/​16

  1. BGH, Beschluss vom 28.10.2010 – V ZB 210/​10, FGPrax 2011, 41 Rn.19; Beschluss vom 25.02.2010 – V ZB 172/​09, FGPrax 2010, 150 Rn.20 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.10.2010 – V ZB 210/​10, aaO []