Abschie­be­haft – und die Män­gel des Anhö­rungs­pro­to­kolls

Eine Rüge des Betrof­fe­nen, sei­ne Anhö­rung durch das Amts­ge­richt gemäß § 420 FamFG lei­de an einem schwer­wie­gen­den Man­gel, weil das Anhö­rungs­pro­to­koll kei­nen Ver­merk dar­über ent­hal­te, ob die Anhö­rung und die Bekannt­ga­be in öffent­li­cher oder nicht öffent­li­cher Sit­zung erfolgt sei­en, ist unbe­grün­det.

Abschie­be­haft – und die Män­gel des Anhö­rungs­pro­to­kolls

Das Feh­len die­ser Anga­be besagt näm­lich nur, dass das Pro­to­koll in die­ser Hin­sicht lücken­haft ist und sich bei Bedarf nicht auf­grund des Pro­to­kolls, son­dern nur unter Her­an­zie­hung der ver­füg­ba­ren ande­ren Erkennt­nis­quel­len fest­stel­len lie­ße, ob die Vor­schrif­ten über die Öffent­lich­keit bei der Durch­füh­rung per­sön­li­cher Anhö­run­gen und bei der Bekannt­ga­be von Ent­schei­dun­gen ein­ge­hal­ten wor­den sind1.

Eine sol­che Fest­stel­lung ist hier nicht ver­an­lasst, weil der Betrof­fe­ne eine Ver­let­zung der Vor­schrif­ten über die Öffent­lich­keit in §§ 170, 173 GVG nicht behaup­tet. Es kann des­halb auch offen­blei­ben, ob er einen sol­chen Ver­fah­rens­ver­stoß des Amts­ge­richts im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren noch rügen könn­te, obwohl er ihn im Beschwer­de­ver­fah­ren nicht gerügt hat2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Janu­ar 2018 – V ZB 28/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.02.1958 – V ZR 12/​57, BGHZ 26, 340, 343 für § 160 Abs. 1 Nr. 5 ZPO []
  2. vgl. dazu: Kei­del/­Mey­er-Holz, FamFG, 19. Aufl., § 72 Rn. 43 unter Hin­weis auf BGH, Urtei­le vom 19.04.1961 – IV ZR 217/​60, BGHZ 35, 103, 106; und vom 21.05.1996 – XI ZR 199/​95, BGHZ 133, 36, 39; vgl. auch BGH, Beschluss vom 20.03.2000 – NotZ 20/​99, NJW-RR 2000, 1664 []