Abschie­bung bei noch unge­bo­re­nem deut­schen Kind

Eine Vater­schaft des Aus­län­ders hin­sicht­lich des unge­bo­re­nen Kin­des einer deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen ent­fal­tet für sich genom­men kei­ne auf­ent­halts­recht­li­chen Schutz­wir­kun­gen in Anse­hung des Schut­zes von Ehe und Fami­lie nach Art. 6 Abs. 1 GG. Nur wenn sich aus beson­de­ren Umstän­den des Ein­zel­fal­les ergibt, dass die zwangs­wei­se Been­di­gung des Auf­ent­halts des Aus­rei­se­pflich­ti­gen eine Ver­let­zung der Rechts­po­si­tio­nen der zurück­blei­ben­den Mut­ter oder des unge­bo­re­nen Kin­des, ins­be­son­de­re aus Art. 2 Abs. 2 GG und Art. 1 Abs. 1 GG, kon­kret befürch­ten lässt, folgt hier­aus zuguns­ten des Betrof­fe­nen ein zwin­gen­des recht­li­ches Aus­rei­se­hin­der­nis.

Abschie­bung bei noch unge­bo­re­nem deut­schen Kind

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 29. Juni 2010 – 8 ME 159/​10