Abschie­bungs­haft, der Antrag auf Haft­auf­he­bung – und die Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Haft

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann ein Antrag auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit eines Haft­an­ord­nungs­be­schlus­ses ent­ge­gen dem inso­weit zu engen Wort­laut des § 62 Abs. 1 FamFG nicht nur im Rah­men eines Beschwer­de­ver­fah­rens, son­dern auch im Rah­men eines Haft­auf­he­bungs­ver­fah­rens gemäß § 426 Abs. 2 Satz 1 FamFG gestellt wer­den 1.

Abschie­bungs­haft, der Antrag auf Haft­auf­he­bung – und die Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Haft

Da die for­mel­le Rechts­kraft der Ent­schei­dung über die Haft­an­ord­nung nicht durch einen Antrag auf Haft­auf­he­bung durch­bro­chen wer­den kann, kann die Rechts­wid­rig­keit der Haft aller­dings erst ab dem Zeit­punkt des Ein­gangs des Haft­auf­he­bungs­an­trags bei Gericht fest­ge­stellt wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2018 – V ZB 184/​17

  1. BGH, Beschluss vom 24.09.2015 – V ZB 3/​15, InfAuslR 2016, 56 Rn. 8 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 29.11.2012 – V ZB 170/​12, InfAuslR 2013, 157 Rn. 7; Beschluss vom 24.09.2015 – V ZB 3/​15, aaO Rn. 10; Beschluss vom 26.04.2018 – V ZB 95/​17 5[]