Abschie­bungs­haft – und der erfor­der­li­che Haft­an­trag

Die Haft­an­ord­nung war aber rechts­wid­rig, weil der Haft­an­trag unzu­läs­sig war.

Abschie­bungs­haft – und der erfor­der­li­che Haft­an­trag

Das Vor­lie­gen eines zuläs­si­gen Haft­an­trags ist eine in jeder Lage des Ver­fah­rens von Amts wegen zu prü­fen­de Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung. Zuläs­sig ist der Haft­an­trag der betei­lig­ten Behör­de nur, wenn er den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen an die Begrün­dung ent­spricht.

Erfor­der­lich sind Dar­le­gun­gen

Zwar dür­fen die Aus­füh­run­gen zur Begrün­dung des Haft­an­trags knapp gehal­ten sein, sie müs­sen aber die für die rich­ter­li­che Prü­fung des Falls wesent­li­chen Punk­te anspre­chen.

Fehlt es dar­an, darf die bean­trag­te Siche­rungs­haft nicht ange­ord­net wer­den1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Okto­ber 2015 – V ZB 79/​15

  1. st. Rspr., Bun­des­ge­richts­hof, Beschlüs­se vom 15.01.2015 – V ZB 165/​13 5; vom 09.10.2014 – V ZB 127/​13, FGPrax 2015, 39 Rn. 6; vom 16.07.2014 – V ZB 80/​13, InfAuslR 2014, 384 Rn. 15; vom 10.05.2012 – V ZB 246/​11, InfAuslR 2012, 328 Rn. 10; vom 06.12 2012 – V ZB 118/​12 4; und vom 31.01.2013 – V ZB 20/​12, FGPrax 2013, 130 Rn. 15