Abschie­bungs­haft – und der Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­an­trag im Haftaufhebungsverfahren

Ein Antrag auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit des Haft­voll­zugs kann ent­ge­gen dem inso­weit zu engen Wort­laut des § 62 Abs. 1 FamFG nicht nur in einem Beschwer­de­ver­fah­ren gestellt werden.

Abschie­bungs­haft – und der Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­an­trag im Haftaufhebungsverfahren

Wenn der Betrof­fe­ne gemäß § 426 Abs. 2 Satz 1 FamFG die Auf­he­bung der Haft­an­ord­nung bean­tragt und sich die­ser Antrag durch die Ent­las­sung aus der Haft erle­digt, kann der Betrof­fe­ne bereits im Ver­fah­ren vor dem Amts­ge­richt zu dem Antrag über­ge­hen, die Rechts­wid­rig­keit der wei­te­ren Voll­zie­hung der Haft­an­ord­nung nach dem gestell­ten Haft­auf­he­bungs­an­trag fest­stel­len zu lassen.

Auch die Ver­trau­ens­per­son des Betrof­fe­nen kann bean­tra­gen, in des­sen Inter­es­se die­se Fest­stel­lung zu tref­fen1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. März 2021 – XIII ZB 24/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.04.2010 – V ZB 218/​09, InfAuslR 2010, 358 Rn. 9; und vom 19.05.2020 – XIII ZB 82/​19, InfAuslR 2020, 387 Rn. 15 jeweils mwN[]