Äuße­run­gen eines Schul­lei­ters

Der Anspruch auf Unter­las­sung von Äuße­run­gen durch einen Schul­lei­ter, die im Zusam­men­hang mit der Erfül­lung hoheit­li­cher Auf­ga­ben ste­hen, ist nicht gegen den Amts­trä­ger, son­dern gegen sei­ne Anstel­lungs­kör­per­schaft zu rich­ten.

Äuße­run­gen eines Schul­lei­ters

Wird – wie in dem jetzt vom Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­burg ent­schie­de­nen Fall – ein Anspruch auf Unter­las­sen von Äuße­run­gen, die im Zusam­men­hang mit der Erfül­lung hoheit­li­cher Auf­ga­ben ste­hen, gel­tend gemacht, ist nach ein­hel­li­ger Mei­nung in Recht­spre­chung und Schrift­tum auf­grund des im öffent­li­chen Recht gel­ten­den Rechts­trä­ger­prin­zips Anspruchs­geg­ner und daher auch gericht­lich in Anspruch zu neh­men nicht der Beam­te per­sön­lich, son­dern der Hoheits­trä­ger, dem die Äuße­run­gen sei­nes Amts­wal­ters zuge­rech­net wer­den. Aus­nah­men gel­ten nur dann, wenn die Äuße­rung so sehr Aus­druck einer per­sön­li­chen Mei­nung oder Ein­stel­lung ist, dass das per­sön­li­che Geprä­ge über­wiegt, sodass eine Unter­las­sungs­er­klä­rung durch die Anstel­lungs­kör­per­schaft auch nicht geeig­net wäre, der Wie­der­her­stel­lung der Ehre des Anspruch­stel­lers zu die­nen. Grund hier­für ist, dass Äuße­run­gen eines Amts­trä­gers im Grund­satz recht­lich als sol­che der Anstel­lungs­kör­per­schaft gel­ten, des­sen Organ er ist. Mit amt­li­chen Äuße­run­gen wird damit die Auf­fas­sung der Anstel­lungs­kör­per­schaft recht­lich fest­ge­legt, sodass auch nur die­se selbst auf deren Kor­rek­tur in Anspruch genom­men wer­den kann 1.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 17.12.2009 – 2 ME 313/​09

  1. vgl. hier­zu BVerwG, Beschluss vom 27.12.1967 – VI B 35.67, DÖV 1968, 429 im Anschluss an BGH – GrS -, Beschluss vom 19.12.1960 – GSZ 1/​60, BGHZ 34, 99 = NJW 1961, 658; Urteil vom 29.01.1987 – 2 C 34.85, BVerw­GE 75, 354 = NJW 1987, 2529; OVG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 17.09.1991 – 7 A 10359/​91, NJW 1992, 1844; Hes­si­scher VGH, Urteil vom 09.12.1993 – 6 UE 571/​93 -, NVwZ-RR 1994, 700; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 02.11.1998 – 9 S 2434/​98, VBlBW 1999, 93; VG Ber­lin, Beschluss vom 20.08.1996 – 26 A 115.96; VG Bay­reuth, Urteil vom 20.01.2006 – B 5 K 03.1361; VG Regens­burg, Urteil vom 08.03.2006 – RN 3 K 05.00184; VG Augs­burg, Urteil vom 02.04.2003 – Au 4 K 02.728, jeweils m. w. N.[]