Akkre­di­tie­rung von Stu­di­en­gän­gen an pri­va­ten Hoch­schu­len

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg hat ein Kla­ge­ver­fah­ren aus­ge­setzt, um die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu der Fra­ge ein­zu­ho­len, ob die Rege­lun­gen des nord­rhein-west­fä­li­schen Hoch­schul­ge­set­zes zur Akkre­di­tie­rung von Stu­di­en­gän­gen an pri­va­ten Hoch­schu­len mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind.

Akkre­di­tie­rung von Stu­di­en­gän­gen an pri­va­ten Hoch­schu­len

Im Zuge der Umstel­lung fast aller Hoch­schul­stu­di­en­gän­ge auf Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gän­ge im "Bolo­gna-Pro­zess" ver­ein­bar­te die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, ein län­der- und hoch­schul­über­grei­fen­des Akkre­di­tie­rungs­sys­tem ein­zu­füh­ren. Mit der Akkre­di­tie­rung soll fest­ge­stellt wer­den, dass ein Stu­di­en­gang in fach­lich-inhalt­li­cher Hin­sicht und hin­sicht­lich sei­ner Berufs­re­le­vanz den Min­dest­an­for­de­run­gen genügt.

Die Ver­ant­wor­tung für die Akkre­di­tie­run­gen liegt nach einem Beschluss der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz bei einer nach nord­rhein-west­fä­li­schem Lan­des­recht errich­te­ten Stif­tung. Die­se Stif­tung regelt das ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren und beschließt auch die inhalt­li­chen Kri­te­ri­en. Die Akkre­di­tie­rung ist nach dem nord­rhein-west­fä­li­schen Hoch­schul­ge­setz von Agen­tu­ren vor­zu­neh­men, denen die Stif­tung die­se Befug­nis über­tra­gen hat. Wei­te­re Bestim­mun­gen zu den for­mel­len und mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen der Akkre­di­tie­rung ent­hält das Gesetz nicht. Die staat­li­che Aner­ken­nung einer pri­va­ten Hoch­schu­le setzt in Nord­rhein-West­fa­len unter ande­rem vor­aus, dass meh­re­re erfolg­reich akkre­di­tier­te Stu­di­en­gän­ge ange­bo­ten wer­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Arns­berg ist das Feh­len wei­te­rer gesetz­li­cher Rege­lun­gen über das Akkre­di­tie­rungs­ver­fah­ren und über die maß­geb­li­chen inhalt­li­chen Kri­te­ri­en mit Art. 5 Abs. 3 GG und Art. 20 Abs. 3 GG nicht ver­ein­bar. Der Gesetz­ge­ber habe die wesent­li­chen Ent­schei­dun­gen zur Akkre­di­tie­rung selbst zu tref­fen. Er dür­fe sie nicht auf eine der Lan­des­ver­wal­tung ange­hö­ren­de Stif­tung über­tra­gen.

Im Aus­gangs­ver­fah­ren ist nun die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts abzu­war­ten. Geklagt hat der Trä­ger einer in Hamm ansäs­si­gen pri­va­ten, staat­lich aner­kann­ten Fach­hoch­schu­le, die ihren Lehr­be­trieb in dem Prä­senz- und Fern­stu­di­en­gang Logis­tik mit Bache­lor­ab­schluss auf­ge­nom­men hat­te. Beklag­ter ist ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein, der als Akkre­di­tie­rungs­agen­tur aner­kannt ist. Er hat­te 2008 die Akkre­di­tie­rung der bei­den genann­ten Stu­di­en­gän­ge ver­wei­gert. Dar­auf­hin ist Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg erho­ben wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richts Arns­berg, Beschluss vom 16. April 2010 – 12 K 2689/​08