Alters­gren­zen und der Anspruch auf einen Auf­ent­halts­ti­tel

Bei Ver­pflich­tungs­kla­gen auf Ertei­lung oder Ver­län­ge­rung eines Auf­ent­halts­ti­tels ist für die Fra­ge, ob eine Auf­ent­halts­er­laub­nis aus Rechts­grün­den erteilt oder ver­sagt wer­den muss, auf den Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung oder Ent­schei­dung in der Tat­sa­chen­in­stanz abzu­stel­len ist. Dies gilt im Grund­satz auch für den Nach­zugs­an­spruch von Kin­dern.

Alters­gren­zen und der Anspruch auf einen Auf­ent­halts­ti­tel

Sofern die­se Ansprü­che aller­dings an eine Höchst­al­ters­gren­ze geknüpft sind – wie hier die Voll­endung des 16. Lebens­jah­res, ist für die Ein­hal­tung der Alters­gren­ze aus­nahms­wei­se auf den Zeit­punkt der Antrag­stel­lung abzu­stel­len. Wenn die Alters­gren­ze im Lau­fe des Ver­fah­rens über­schrit­ten wird, folgt dar­aus, dass die übri­gen Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen spä­tes­tens auch im Zeit­punkt des Errei­chens der Alters­gren­ze vor­ge­le­gen haben müs­sen.

Nach die­sem Zeit­punkt ein­ge­tre­te­ne Sach­ver­halts­än­de­run­gen zu Guns­ten des Betrof­fe­nen kön­nen grund­sätz­lich nicht berück­sich­tigt wer­den. Inso­weit bedarf es mit­hin bei Anspruchs­grund­la­gen, die eine Höchst­al­ters­gren­ze ent­hal­ten, die der Betrof­fe­ne im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der gericht­li­chen Ver­hand­lung oder Ent­schei­dung über­schrit­ten hat, einer auf zwei unter­schied­li­che Zeit­punk­te bezo­ge­nen Dop­pel­prü­fung 1.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2014 – 1 B 21.2014 -

  1. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 07.04.2009 – BVerwG 1 C 17.08BVerw­GE 133, 329 = Buch­holz 402.242 § 32 Auf­en­thG Nr. 4, jeweils Rn. 10; und vom 29.11.2012 ‑BVerwG 10 C 11.12BVerw­GE 145, 172 = Buch­holz 402.242 § 32 Auf­en­thG Nr. 8, jeweils Rn. 14[]