Inhalt­li­che Bestimmt­heit eines Ver­wal­tungs­ak­tes

Gemäß § 37 Abs. 1 VwVfG, § 37 Abs. 1 LVwVfG BW muss ein Ver­wal­tungs­akt inhalt­lich hin­rei­chend bestimmt sein. Das bedeu­tet zum einen, dass der Adres­sat in die Lage ver­setzt wer­den muss, zu erken­nen, was von ihm gefor­dert wird. Zum ande­ren muss der Ver­wal­tungs­akt geeig­ne­te Grund­la­ge für Maß­nah­men zu sei­ner zwangs­wei­sen Durch­set­zung sein kön­nen.

Inhalt­li­che Bestimmt­heit eines Ver­wal­tungs­ak­tes

Im Ein­zel­nen rich­ten sich die Anfor­de­run­gen an die not­wen­di­ge Bestimmt­heit eines Ver­wal­tungs­akts nach den Beson­der­hei­ten des jeweils anzu­wen­den­den und mit dem Ver­wal­tungs­akt umzu­set­zen­den mate­ri­el­len Rechts 1.

Der Rege­lungs­ge­halt eines Ver­wal­tungs­akts ist ent­spre­chend §§ 133, 157 BGB durch Aus­le­gung zu ermit­teln. Dabei ist der erklär­te Wil­le maß­ge­bend, wie ihn der Emp­fän­ger bei objek­ti­ver Wür­di­gung ver­ste­hen konn­te 2.

Bei der Ermitt­lung die­ses objek­ti­ven Erklä­rungs­wer­tes sind alle dem Emp­fän­ger bekann­ten oder erkenn­ba­ren Umstän­de her­an­zu­zie­hen, ins­be­son­de­re auch die Begrün­dung des Ver­wal­tungs­akts 3.

Die Begrün­dung hat einen unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit dem Rege­lungs­ge­halt. Sie ist die Erläu­te­rung der Behör­de, war­um sie den ver­fü­gen­den Teil ihres Ver­wal­tungs­akts so und nicht anders erlas­sen hat. Die Begrün­dung bestimmt damit den Inhalt der getrof­fe­nen Rege­lung mit, sodass sie in aller Regel unver­zicht­ba­res Aus­le­gungs­kri­te­ri­um ist 4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 16. Okto­ber 2013 – 8 C 21.12

  1. BVerwG, Urteil vom 15.02.1990 – 4 C 41.87, BVerw­GE 84, 335, 338 = Buch­holz 406.11 § 39b BBauG Nr. 1[]
  2. stRspr; vgl. Beschluss vom 04.12.2008 – 2 B 60.08 – juris Rn. 2 m.w.N.[]
  3. BVerwG, Urteil vom 18.06.1980 – 6 C 55.79, BVerw­GE 60, 223, 228 f. = Buch­holz 448.0 § 25a WPflG Nr. 2[]
  4. vgl. Stel­kens, in: Stelkens/​Bonk/​Sachs, VwVfG, 8. Aufl.2014, § 39 Rn. 26 m.w.N.[]