Ange­ord­ne­te ander­wei­ti­ge Unter­brin­gung von Pfer­den

In einem Eil­ver­fah­ren hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter die am 3. Febru­ar 2011 münd­lich aus­ge­spro­che­ne und am 9. Febru­ar 2011 schrift­lich bestä­tig­te Ver­fü­gung des Krei­ses Stein­furt für offen­sicht­lich recht­mä­ßig erklärt, mit der das Kreis­ve­te­ri­när­amt 48 Pfer­de und 23 Rin­der aus einem Gestüt in Gre­ven fort­ge­nom­men und sie an ver­schie­de­nen Stand­or­ten zur Pfle­ge unter­ge­bracht hat­te.

Ange­ord­ne­te ander­wei­ti­ge Unter­brin­gung von Pfer­den

Aus der wei­te­ren Hal­tung und Betreu­ung der Tie­re in dem Gestüt resul­tie­re eine Gefahr für deren ange­mes­se­ne Ernäh­rung, Pfle­ge und ver­hal­tens­ge­rech­te Unter­brin­gung. Wei­te­re Beein­träch­ti­gun­gen der Gesund­heit und des Wohl­be­fin­dens der Tie­re könn­ten nur durch die sofor­ti­ge Fort­nah­me der Rin­der und Pfer­de ver­mie­den wer­den.

Die­se Ent­schei­dung ist recht­mä­ßig. Aus­weis­lich der vor­lie­gen­den detail­lier­ten, glaub­haf­ten Doku­men­ta­ti­on ein­schließ­lich der vor­lie­gen­den Licht­bild­auf­nah­men ist zumin­dest ein Groß­teil der Pfer­de und Rin­der am Tag ihrer Fort­nah­me am 3. Febru­ar 2011 erheb­lich ver­nach­läs­sigt gewe­sen, weil sie weder ange­mes­sen ernährt und gepflegt noch ver­hal­tens­ge­recht unter­ge­bracht waren, so das Ver­wal­tungs­ge­richt. Eine sol­che erheb­li­che Ver­nach­läs­si­gung der Tie­re wird durch ver­schie­de­ne Gut­ach­ten beam­te­ter Tier­ärz­te des Antrags­geg­ners bestä­tigt. Unzwei­fel­haft ist die amts­tier­ärzt­li­che Begut­ach­tung zutref­fend und fach­ge­recht. Das Vor­brin­gen der Antrag­stel­ler recht­fer­tigt es nicht, von der Ein­schät­zung der beam­te­ten Tier­ärz­te abzu­wei­chen. Die blo­ße Behaup­tung der Antrag­stel­ler, der Zustand der Tie­re sei nicht so schlecht gewe­sen, ver­mag – so das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter – die fach­li­che Ein­schät­zung nicht zu erschüt­tern. Selbst wenn Fut­ter­mit­tel vor­han­den oder bestellt gewe­sen sind, so ver­deut­licht der von den Tier­ärz­ten beschrie­be­ne und durch Licht­bil­der doku­men­tier­te Zustand der Pfer­de und Rin­der, dass die not­wen­di­gen Fut­ter­mit­tel nicht oder nicht aus­rei­chend ver­füt­tert wor­den sind.

Gegen den Beschluss kann inner­halb von zwei Wochen Beschwer­de an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len ein­ge­legt wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 11. Febru­ar 2011 – 1 L 67/​11