Anhö­rungs­rü­ge – und die Frist zur Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist frist­ge­recht inner­halb eines Monats ab Bekannt­ga­be der maß­geb­li­chen gericht­li­chen Ent­schei­dung (§ 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG) zu erhe­ben.

Anhö­rungs­rü­ge – und die Frist zur Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Durch Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de erst nach Zugang des über den Antrag auf Gewäh­rung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Durch­füh­rung eines Anhö­rungs­rü­ge­ver­fah­rens ent­schei­den­den Beschlus­ses hat der Beschwer­de­füh­rer die Monats­frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG nicht gewahrt, wenn die­ser Antrag nicht inner­halb eines Monats gestellt wur­de.

Durch die Erhe­bung der gegen die gericht­li­che Ent­schei­dung gerich­te­ten – für sich genom­men unbe­fris­te­ten – Erin­ne­rung hät­te die Mög­lich­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de nur offen­ge­hal­ten wer­den kön­nen, wenn die­ser Rechts­be­helf selbst inner­halb der Monats­frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, gerech­net ab Bekannt­ga­be des Beschlus­ses vom 16.11.2016, erho­ben wor­den wäre; auch ein nicht befris­te­ter fach­ge­richt­li­cher Rechts­be­helf muss inner­halb der für das Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren gel­ten­den Ein­le­gungs­frist erho­ben wer­den (sog. Vor­wir­kung der Frist zur Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de1).

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 8. August 2018 – 2 BvR 1342/​18

  1. vgl. BVerfGE 19, 198, 200; 76, 107, 115 f.; BVerfGK 3, 159, 163 []