Arten­schutz­recht­li­che Vor­ab­maß­nah­men beim Auto­bahn­bah

Arten­schutz­recht­li­che Vor­ab­maß­nah­me an der Tras­se der A100 in Ber­lin sind zuläs­sig. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat die sofor­ti­ge Voll­zie­hung einer ein­zel­nen arten­schutz­recht­li­chen Vor­ab­maß­nah­me im Bereich der geplan­ten Ver­län­ge­rung der A 100 in Ber­lin für zuläs­sig erklärt.

Arten­schutz­recht­li­che Vor­ab­maß­nah­men beim Auto­bahn­bah

Das Land Ber­lin hat am 29. Dezem­ber 2010 den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für den Bau der geplan­ten Ver­län­ge­rung der Auto­bahn A 100 in Ber­lin zwi­schen dem Auto­bahn­drei­eck Neu­kölln und der Anschluss­stel­le Trep­tower Park (16. Bau­ab­schnitt) erlas­sen. Mit Beschluss vom 31. März 2011 hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­gen von fünf Klä­gern ange­ord­net, weil sei­ner­zeit Bau­maß­nah­men nicht vor Ende März 2012 geplant waren und im Übri­gen nach der poli­ti­schen Beschluss­la­ge des dama­li­gen Senats von Ber­lin die Ver­wirk­li­chung des Vor­ha­bens unge­wiss war [1] .

Am 23. März 2012 hat das Land Ber­lin bean­tragt, den Beschluss des Gerichts vom 31. März 2011 gemäß § 80 Abs. 7 VwGO teil­wei­se zu ändern und die sofor­ti­ge Voll­zie­hung einer ein­zel­nen arten­schutz­recht­li­chen Vor­ab­maß­nah­me zum Absam­meln und Zwi­schen­häl­tern (vor­über­ge­hen­des Hal­ten) von im Tras­sen­be­reich anzu­tref­fen­den Zaun­ei­dech­sen zu erlau­ben.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun dem Antrag des Lan­des ent­spro­chen, weil sich die Sach­la­ge ver­än­dert hat. Der im Sep­tem­ber 2011 aus der Wahl zum Abge­ord­ne­ten­haus her­vor­ge­gan­ge­ne neue Senat von Ber­lin strebt nun eine Ver­wirk­li­chung des Vor­ha­bens an. Das Land Ber­lin hat auch nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt, dass die kon­kre­te Vor­ab­maß­nah­me aus natur­schutz­fach­li­chen Grün­den nur zu einer bestimm­ten Jah­res­zeit durch­ge­führt wer­den kann, andern­falls sich die Ver­wirk­li­chung des Vor­ha­bens wei­ter ver­zö­gern wür­de. Bei der im vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren allein maß­geb­li­chen Abwä­gung der wech­sel­sei­ti­gen Inter­es­sen über­wiegt das öffent­li­che Inter­es­se an die­sem beschränk­ten Voll­zug des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses das Inter­es­se der gegen den Auto­bahn­bau vor­ge­hen­den Klä­ger. Mit der vor­zei­ti­gen Ver­wirk­li­chung die­ser punk­tu­el­len natur­schutz­recht­li­chen Vor­ab­maß­nah­me wer­den kei­ne voll­ende­ten Tat­sa­chen geschaf­fen, die bei einem etwai­gen Erfolg der Kla­gen nicht mehr rück­gän­gig zu machen wären.

Der vor­lie­gen­de Beschluss trifft kei­ne Aus­sa­ge zu den Erfolgs­aus­sich­ten der Kla­gen. Über die acht beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anhän­gi­gen Kla­gen mit ins­ge­samt 24 Klä­gern wird nach der­zei­ti­ger Pla­nung im Som­mer 2012 ent­schie­den wer­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Beschluss vom 30. März 2012 – 9 VR 5.12

  1. BVerwG, Beschluss vom 31.03.2011 – 9 VR 2.11[]