Asyl­be­wer­ber im Hotel

Von einem Hotel im Bereich eines bestehen­den Frei­zeit­parks, in dem Asyl­be­wer­ber unter­ge­bracht wer­den sol­len, gehen mit hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit kei­ne stö­ren­den Ein­flüs­se auf die benach­bar­te Wohn- und Gewer­be­nut­zung aus.

Asyl­be­wer­ber im Hotel

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den in den hier vor­lie­gen­den Eil­an­trä­gen, mit dem die vor­ge­se­he­ne Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern im Spree­ho­tel Baut­zen von Anwoh­nern und der Betrei­be­rin eines benach­bar­ten Cam­ping­plat­zes ver­hin­der­ten wer­den soll­te. Als Antrag­stel­ler tra­ten die Betrei­be­rin eines nahe­ge­le­ge­nen Natur- und Aben­teu­er­cam­ping­plat­zes sowie die Mit­ei­gen­tü­mer eines eben­falls benach­bar­ten Wohn­grund­stücks auf. Als Antrags­geg­ne­rin benann­ten sie die Gro­ße Kreis­stadt Baut­zen als zustän­di­ge Bau­auf­sichts­be­hör­de. Die­se soll­te dem Land­kreis Baut­zen als der für die Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern zustän­di­gen Behör­de sowie der Betrei­be­rin des Spree­ho­tels die geplan­te Unter­brin­gung von Asyl­su­chen­den in der Ein­rich­tung unter­sa­gen.

Der Land­kreis hat mit der Hotel­be­trei­be­rin eine als "Boar­ding­house­ver­trag" bezeich­ne­te Ver­ein­ba­rung geschlos­sen, dem­zu­fol­ge er 10 Vier­bett­zim­mer, 20 Drei­bett­zim­mer und 25 Dop­pel­zim­mer ab dem 15. Juli 2014 für einen Preis von 13 EUR pro Per­son und Über­nach­tung inklu­si­ve Betriebs­kos­ten und Kos­ten für eine sozi­al- und sicher­heits­re­le­van­te Betreu­ung anmie­tet, um dar­in Asyl­be­wer­ber und abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber unter­zu­brin­gen. Der Ver­trag gilt für ein Jahr und kann bis einem Monat vor Ablauf der Frist vom Mie­ter ver­län­gert wer­den. Die ers­ten 42 Asyl­be­wer­ber sol­len am 17. Juli 2014 ein­tref­fen, wei­te­re 68 Per­so­nen am 22. Juli 2014 und 63 Per­so­nen am 24. Juli 2014. Dage­gen wehr­ten sich die Antrag­stel­ler im wesent­li­chen mit dem Argu­ment, dass die geän­der­te Nut­zung des Hau­ses im Bereich des bestehen­den Frei­zeit­parks unzu­läs­sig sei. Zudem sei zu befürch­ten, dass von der Bele­gung stö­ren­de Ein­flüs­se auf die benach­bar­te Wohn- und Gewer­be­nut­zung aus­ge­hen könn­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Dres­den kön­ne die begehr­te einst­wei­li­ge Anord­nung nur erlas­sen wer­den, wenn u. a. mit hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit von dem Vor­ha­ben eine "spür­ba­re tat­säch­li­che Beein­träch­ti­gung der Nach­barn" aus­ge­hen wer­de. Dies wer­de so nicht gese­hen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt habe zwar erheb­li­che Beden­ken, ob es sich bei dem Spree­ho­tel, soweit es die Asyl­be­wer­ber auf­neh­me und ihnen Diens­te anbie­te noch um einen Beher­ber­gungs­be­trieb han­de­le. Ange­sichts der tat­säch­li­chen Umstän­de erschei­ne es nahe­lie­gen­der, dass es sich um eine Asyl­un­ter­kunft han­de­le, die als Anla­ge für sozia­le Zwe­cke ein­zu­stu­fen sei. Auf eine sol­che mög­li­cher­wei­se unzu­läs­sig Nut­zungs­än­de­rung könn­ten sich die Antrag­stel­ler aller­dings nicht beru­fen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Anträ­ge auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Recht­schut­zes abge­lehnt .

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Beschluss vom 16. Juli 2014 – 7 L 589/​14