Asyl­be­wer­ber in Ita­li­en

Die Bedin­gun­gen für Asyl­be­wer­ber in Ita­li­en sind nach Ein­schät­zung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len nicht men­schen­rechts­wid­rig.

Asyl­be­wer­ber in Ita­li­en

Asyl­be­wer­bern, die über Ita­li­en nach Deutsch­land ein­ge­reist sind, droht bei einer Rück­kehr nach Ita­li­en kei­ne unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung.

Zahl­rei­che Asyl­be­wer­ber, die über Ita­li­en nach Deutsch­land ein­ge­reist sind, kla­gen gegen Beschei­de des Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge, das die Asyl­an­trä­ge abge­lehnt und die Abschie­bung nach Ita­li­en ange­ord­net hat. Die Dub­lin-Ver­ord­nun­gen der Euro­päi­schen Uni­on be­stimmen im Grund­satz, dass der Mit­glied­staat zustän­dig für das Asyl­ver­fah­ren ist, über den der Aus­län­der in die EU ein­ge­reist ist.

Bereits im März 2014 hat­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ent­schie­den, sys­te­mi­sche Män­gel sei­en in Ita­li­en für nach der Dub­lin II-Ver­ord­nung rück­über­stell­te Flücht­lin­ge nicht anzuneh­men.

Nun hat das OVG NRW in einem die­ser bei ihm zur Ent­schei­dung anste­hen­den Ver­fah­ren ange­nom­men, der Asyl­be­wer­ber, ein allein ste­hender jun­ger Mann, kön­ne nach der Dub­lin II-Ver­ord­nung nach Ita­li­en über­stellt wer­den. Ins­be­son­de­re bestün­den in Ita­li­en für Asyl­bewer­ber, auch für sol­che, die dort ein erneu­tes Asyl­ver­fah­ren anstreng­ten (Fol­ge­verfahren), kei­ne sys­te­mi­schen Män­gel des Asyl­ver­fah­rens oder der Auf­nah­me­be­dingungen. Die bestehen­den Defi­zite führ­ten im Ergeb­nis nicht zu dem Schluss, jedem Rück­keh­rer nach Ita­li­en dro­he eine unmensch­li­che oder ernied­rigende Be­handlung im Sin­ne der Grund­rech­te-Char­ta der Euro­päi­schen Uni­on bzw. der Euro­päischen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein ‑West­fa­len – Urte­le vom 19. Mai 2016 – 13 A 516/​14.A