Asyl­ver­fah­ren – und die Beur­tei­lung der Sicher­heits­la­ge

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war jetzt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines afgha­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen pasch­tu­ni­scher Volks­zu­ge­hö­rig­keit aus der Regi­on Kun­dus gegen Ent­schei­dun­gen im Asyl­ver­fah­ren wegen unzu­rei­chen­der Beur­tei­lung der Sicher­heits­la­ge erfolg­reich:

Asyl­ver­fah­ren – und die Beur­tei­lung der Sicher­heits­la­ge

Der Flücht­ling ver­ließ sein Hei­mat­land im Jahr 2015. Er reis­te 2016 als unbe­glei­te­ter Min­der­jäh­ri­ger in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein und stell­te im Sep­tem­ber 2016 einen Asyl­an­trag. Die­sen begrün­de­te er damit, dass er aus Afgha­ni­stan geflo­hen sei, weil er im Zusam­men­hang mit einer bewaff­ne­ten Aus-ein­an­der­set­zung mit den Tali­ban in sei­nem Hei­mat­dorf Bakhi Kali in deren Visier gera­ten sei. Die Tali­ban hät­ten von sei­nem Vater Getrei­de her­aus­ver­langt. Sein Vater habe sich jedoch gewei­gert. Als die Tali­ban ihn – den Flücht­ling – nach Hau­se geschickt hät­ten, um Säcke zu holen, habe er den Bür­ger­meis­ter des Dor­fes benach­rich­tigt. Als die­ser zusam­men mit wei­te­ren Dorf­be­woh­nern sei­nem Vater zu Hil­fe gekom­men sei, sei es zu einem Schuss­wech­sel mit den Tali­ban gekom­men, bei dem sein Vater ver­letzt und zwei Tali­ban getö­tet wor­den sei­en. Wäh­rend er bei sei­nem Vater in Kun­dus im Kran­ken­haus gewe­sen sei, sei­en der Bür­ger­meis­ter und die Dorf­be­woh­ner, die an dem Vor­fall betei­ligt gewe­sen sei­en, von den Tali­ban erschos­sen wor­den. Sei­ne Mut­ter habe berich­tet, dass die Tali­ban zu ihnen nach Hau­se gekom­men sei­en, nach ihm gefragt und anschlie­ßend das Haus nie­der­ge­brannt hät­ten. Sie hät­ten ihn als Ver­rä­ter bezeich­net und ein Bild von ihm mit­ge­nom­men. Eine Woche nach dem Vor­fall sei er aus­ge­reist. Sei­ne Eltern leb­ten jetzt bei sei­nem Groß­va­ter in Kun­dus, wo sie kei­ne Pro­ble­me mit den Tali­ban hät­ten.

Mit Bescheid vom 13.02.2017 lehn­te das Bun­des­amt den Asyl­an­trag des Flücht­lings als (ein­fach) unbe­grün­det ab und stell­te fest, dass Abschie­bungs­ver­bo­te nach § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 Auf­en­thG nicht vor­lie­gen. Zugleich droh­te es die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan an.

Der Flücht­ling erhob am 20.02.2017 Kla­ge, die er auf die Zuer­ken­nung inter­na­tio­na­len Schut­zes und die Fest­stel­lung von natio­na­len Abschie­bungs­ver­bo­ten beschränk­te. Er leg­te zur Begrün­dung meh­re­re erst­in­stanz­li­che Urtei­le sowie einen Bericht des Immi­gra­ti­on and Refu­gee Board of Cana­da (Janu­ar 2016) zum Ein­fluss der Tali­ban vor. Außer­dem wies er dar­auf hin, dass der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in meh­re­ren Ver­fah­ren die Beru­fung gegen erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dun­gen zuge­las­sen habe, in denen die Kla­ge auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes und auf Fest­stel­lung von Abschie­bungs­ver­bo­ten abge­wie­sen wor­den sei­en, und zwar wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung unter ande­rem der Fra­ge, ob jun­ge, gesun­de, allein­ste­hen­de Män­ner eine aus­rei­chen­de Exis­tenz­grund­la­ge in den als inter­ne Schutz­mög­lich­keit benann­ten Regio­nen erlan­gen könn­ten. Schließ­lich ver­wies er zur all­ge­mei­nen Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan auf Berich­te von EASO, der Schwei­zer Flücht­lings­hil­fe, des Aus­wär­ti­gen Amtes und von UNAMA (Dezem­ber 2013 bis August 2017). Fer­ner mach­te er unter Vor­la­ge einer fach­psy­cho­lo­gi­schen Stel­lung­nah­me der Psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stel­le Aalen vom 07.09.2017 und unter Ver­weis auf eine Aus­kunft der Schwei­ze­ri­schen Flücht­lings­hil­fe vom 05.04.2017 gel­tend, dass er ange­sichts sei­ner psy­chi­schen Erkran­kung und deren Behand­lungs­be­dürf­tig­keit nicht auf eine inner­staat­li­che Flucht­al­ter­na­ti­ve ver­wie­sen wer­den kön­ne. Aus sei­ner Erkran­kung fol­ge auch ein natio­na­les Abschie­bungs­ver­bot, weil er die not­wen­di­ge psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung in Afgha­ni­stan nicht erhal­ten kön­ne.

Mit Urteil vom 13.09.2017, zuge­stellt am 6.10.2017, wies das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart die Kla­ge auf Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft und sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det, im Übri­gen als ein­fach unbe­grün­det ab 1. Es wer­te­te den Vor­trag des Flücht­lings als unglaub­haft, weil wider­sprüch­lich und unge­reimt. Da dies offen­sicht­lich sei, wer­de die Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det abge­wie­sen. Die Ein­schät­zung wer­de selb­stän­dig tra­gend auch auf § 30 Abs. 3 Nr. 1 AsylG gestützt.

Ein Anspruch auf Fest­stel­lung von Abschie­bungs­ver­bo­ten nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG bestehe eben­falls nicht. All­ge­mei­ne Gefah­ren wie Sicher­heits­pro­ble­me und schlech­te Lebens­be­din­gun­gen könn­ten nur dann zu einem Abschie­bungs­ver­bot gemäß § 60 Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG füh­ren, wenn der Aus­län­der gleich­sam sehen­den Auges dem siche­ren Tod oder schwers­ten Ver­let­zun­gen aus­ge­lie­fert wür­de. Dafür bestün­den auf­grund der Berich­te des Aus­wär­ti­gen Amtes vom 28.07.2017; und vom 19.10.2016 sowie der Aus­kunft des UNHCR von Dezem­ber 2016 kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te. Dabei wer­de nicht über­se­hen, dass die Umstän­de in Afgha­ni­stan auch durch mili­tä­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen und ande­re Bin­nen­kon­flik­te, Selbst­mord­an­schlä­ge und Ver­sor­gungs­män­gel (mit) geprägt wür­den. Aller­dings sei in vie­len Regio­nen die Sicher­heits­la­ge gar nicht so schlecht und in fast allen Regio­nen die Arbeits­lo­sig­keit das größ­te Pro­blem. Es erge­be sich auch kei­ne indi­vi­du­el­le Gefahr aus der gel­tend gemach­ten psy­chi­schen Erkran­kung. Die fach­psy­cho­lo­gi­sche Stel­lung­nah­me ent­spre­che nicht den an sol­che Stel­lung­nah­men zu stel­len­den Anfor­de­run­gen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt lehn­te außer­dem drei in der münd­li­chen Ver­hand­lung gestell­te Hilfs­be­weis­an­trä­ge zu einer lan­des­weit dro­hen­den Ver­fol­gung durch die Tali­ban, zu einer feh­len­den zumut­ba­ren Lebens­per­spek­ti­ve in den soge­nann­ten "siche­ren Gebie­ten" auf­grund der gegen­wär­ti­gen Lage in Afgha­ni­stan und zu einer feh­len­den Behan­del­bar­keit der psy­chi­schen Erkran­kung in Afgha­ni­stan ab.

Der Flücht­ling hat am 3.11.2017 Ver­fas­sungs­be­schwer­de erho­ben. Er rügt eine Ver­let­zung von Art. 3 Abs. 1 und Art.19 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG.

Die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung sei will­kür­lich und ver­let­ze ihn in sei­nem Grund­recht nach Art. 3 Abs. 1 GG. Feh­ler­haf­te Rechts­an­wen­dung allein mache eine Gerichts­ent­schei­dung zwar nicht objek­tiv will­kür­lich. Schlech­ter­dings unhalt­bar sei eine fach­ge­richt­li­che Ent­schei­dung aber dann, wenn eine offen­sicht­lich ein­schlä­gi­ge Norm nicht berück­sich­tigt, der Inhalt einer Norm in kras­ser Wei­se miss­ver­stan­den oder sonst in nicht mehr nach­voll­zieh­ba­rer Wei­se ange­wen­det wer­de. Ers­te­res sei hier der Fall. Das Ver­wal­tungs­ge­richt habe die Kla­ge sowohl hin­sicht­lich der Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft als auch hin­sicht­lich der Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det abge­wie­sen. Es habe das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil aller­dings nur dar­auf gestützt, dass der Vor­trag zum indi­vi­du­el­len Ver­fol­gungs­schick­sal krass wider­sprüch­lich und unge­reimt sei und dass die Kla­ge inso­weit als offen­sicht­lich unbe­grün­det abzu­wei­sen sei. Das Urteil ent­hal­te hin­ge­gen kei­ner­lei Aus­füh­run­gen dazu, ob auf­grund der all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge in Afgha­ni­stan die Vor­aus­set­zun­gen des sub­si­diä­ren Schut­zes gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2 und Nr. 3 AsylG erfüllt sei­en, geschwei­ge denn, ob und wes­halb die Vor­aus­set­zun­gen die­ser Vor­schrift "offen­sicht­lich" nicht vor­lä­gen. Die­se Norm sei von dem Ver­wal­tungs­ge­richt offen­sicht­lich nicht gese­hen bezie­hungs­wei­se ange­wandt wor­den.

Die Fra­ge, ob auf­grund der all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge in Afgha­ni­stan ein inner­staat­li­cher bewaff­ne­ter Kon­flikt im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG vor­lie­ge, habe sich ange­sichts der aktu­el­len Aus­kunfts­la­ge sowie der Ver­schär­fung der Sicher­heits­la­ge inner­halb der letz­ten ein bis zwei Jah­re jedoch auf­ge­drängt und sei auch ent­schei­dungs­er­heb­lich. Dies erge­be sich aus den im Kla­ge­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Erkennt­nis­sen sowie aus dem Afgha­ni­stan-Bericht des UNHCR vom Dezem­ber 2016, in dem die Auf­fas­sung ver­tre­ten wer­de, dass das gesam­te Staats­ge­biet Afgha­ni­stans von einem inner­staat­li­chen Kon­flikt betrof­fen sei. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg habe zudem mit Beschluss vom 04.04.2017 2 die Beru­fung wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Fra­ge nach einem in Afgha­ni­stan ins­ge­samt bestehen­den inner­staat­li­chen Kon­flikt zuge­las­sen. Außer­dem habe das Ver­wal­tungs­ge­richt prü­fen müs­sen, ob bei einer Rück­kehr des Flücht­lings nach Afgha­ni­stan eine ernied­ri­gen­de Behand­lung im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2 AsylG in Ver­bin­dung mit Art. 3 EMRK dro­he. Nach der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te könn­ten auch schlech­te huma­ni­tä­re Ver­hält­nis­se unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen aus­nahms­wei­se als unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung zu bewer­ten sein. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg habe mit Beschluss vom 24.07.2017 3 die Beru­fung unter ande­rem im Hin­blick auf die Fra­ge zuge­las­sen, ob die schlech­te huma­ni­tä­re Lage in Afgha­ni­stan auf einen Akteur im Sin­ne des § 3c AsylG zurück­ge­he.

Es sei will­kür­lich, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt die Ver­sor­gungs­la­ge in Afgha­ni­stan nicht mit Blick auf die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes geprüft habe, son­dern nur in Bezug auf das Abschie­bungs­ver­bot des § 60 Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG. Schließ­lich habe das Ver­wal­tungs­ge­richt auch kei­ner­lei Aus­füh­run­gen zum Vor­lie­gen eines Abschie­bungs­ver­bots nach § 60 Abs. 5 Auf­en­thG in Ver­bin­dung mit Art. 3 EMRK gemacht, obwohl hier­zu ein­schlä­gi­ge Recht­spre­chung vor­ge­legt wor­den sei. Außer­dem sei dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg die Beru­fung sowohl zu der Fra­ge zuge­las­sen habe, ob wegen der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­la­ge ein Abschie­bungs­ver­bot nach § 60 Abs. 5 Auf­en­thG in Ver­bin­dung mit Art. 3 EMRK vor­lie­ge, als auch zu der Fra­ge, ob es im Hin­blick auf das Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te vom 13.12 2016 – 41738/​10 – (Popa­sh­vi­li) für einen Ver­stoß gegen Art. 3 EMRK aus­rei­che, dass es im Fal­le einer Abschie­bung zu einem ernst­haf­ten, schnel­len und unum­kehr­ba­ren Ver­fall der Exis­tenz­be­din­gun­gen kom­me, der zu inten­si­vem Lei­den oder einer signi­fi­kan­ten Ver­kür­zung der Lebens­er­war­tung füh­re. Die unter­las­se­ne Prü­fung die­ser ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­gen begrün­de kei­nen Gehörs­man­gel, son­dern viel­mehr einen schwer­wie­gen­den mate­ri­el­len Rechts­feh­ler, der recht­lich nicht mehr ver­tret­bar und damit will­kür­lich sei.

Das Ver­säum­nis des Ver­wal­tungs­ge­richts füh­re außer­dem zu einer Ver­let­zung von Art.19 Abs. 4 Satz 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG. Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die unan­fecht­ba­re Abwei­sung einer Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det gemäß § 78 Abs. 1 AsylG ver­lang­ten, dass sich die auf der Hand lie­gen­de Aus­sichts­lo­sig­keit der Kla­ge ein­deu­tig aus der Ent­schei­dung selbst erge­ben müs­se und die dies­be­züg­li­chen Annah­men auf einer hin­rei­chend ver­läss­li­chen Grund­la­ge beru­hen müss­ten. Das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil müs­se sich ins­be­son­de­re auf den gesam­ten Streit­ge­gen­stand der Asyl­kla­ge, also sowohl auf die Fra­ge der Flücht­lings­ei­gen­schaft als auch auf den sub­si­diä­ren Schutz erstre­cken. Das Ver­wal­tungs­ge­richt habe die Abwei­sung der Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det jedoch allein damit begrün­det, dass es den Vor­trag zum indi­vi­du­el­len Ver­fol­gungs­schick­sal als krass wider­sprüch­lich und damit unglaub­haft ein­ge­stuft, und das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil auf § 30 Abs. 1 AsylG und § 30 Abs. 3 Nr. 1 AsylG gestützt habe. Soweit es um die Beur­tei­lung der indi­vi­du­el­len Anga­ben gehe, möge die­se Begrün­dung den ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben noch genü­gen. Es sei jedoch von Ver­fas­sungs wegen zu bean­stan­den, dass das Urteil zu der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­ge, ob auf­grund der all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge in Afgha­ni­stan ein ernst­haf­ter Scha­den im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2 oder Nr. 3 AsylG dro­he, kei­ner­lei Aus­füh­run­gen ent­hal­te und sich des­halb auch nicht dazu ver­hal­te, aus wel­chen Grün­den die Kla­ge auch inso­fern als offen­sicht­lich unbe­grün­det abzu­wei­sen sei.

Der Flücht­ling hat im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren zur all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge in Afgha­ni­stan und spe­zi­ell in Kun­dus wei­te­re Erkennt­nis­se vor­ge­legt 4.

Die Akten des Aus­gangs­ver­fah­rens haben dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­ge­le­gen. Das Minis­te­ri­um der Jus­tiz und für Euro­pa des Lan­des Baden-Würt­tem­berg hat von sei­nem Recht zur Äuße­rung kei­nen Gebrauch gemacht.

Die Kam­mer nimmt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de zur Ent­schei­dung an und gibt ihr statt. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 93c Abs. 1 Satz 1 BVerfGG lie­gen vor. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist zuläs­sig und offen­sicht­lich begrün­det. Die Annah­me der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist gemäß § 93a Abs. 2 Buch­sta­be b BVerfGG zur Durch­set­zung der Rech­te des Flücht­lings aus Art.19 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG ange­zeigt. Die für die Beur­tei­lung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de maß­geb­li­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits geklärt.

Der Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de steht nicht ent­ge­gen, dass der Flücht­ling gegen das ange­grif­fe­ne Urteil kei­ne Anhö­rungs­rü­ge nach § 152a VwGO erho­ben hat. Denn er rügt mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de weder aus­drück­lich noch der Sache nach eine Ver­let­zung sei­nes Anspruchs auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs, son­dern macht gel­tend, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt in will­kür­li­cher, jeden­falls aber in einer effek­ti­ven Rechts­schutz ver­ei­teln­den Wei­se den Rechts­stand­punkt ein­ge­nom­men habe, ange­sichts des als wider­sprüch­lich ein­ge­stuf­ten Vor­trags des Flücht­lings zu sei­nem Ver­fol­gungs­schick­sal weder ande­re Grün­de für einen mög­li­chen Anspruch auf sub­si­diä­ren Schutz prü­fen noch begrün­den zu müs­sen, war­um sich die Kla­ge­ab­wei­sung als offen­sicht­lich unbe­grün­det auch auf die­sen Anspruch bezie­he. Eine etwai­ge Anhö­rungs­rü­ge hät­te die­sen in einer ver­kürz­ten Prü­fung der mate­ri­el­len Rechts­la­ge lie­gen­den Ver­stoß nicht behe­ben kön­nen, weil Art. 103 Abs. 1 GG nicht davor schützt, dass das Gericht dem Vor­trag der Betei­lig­ten in mate­ri­ell-recht­li­cher Hin­sicht nicht die aus ihrer Sicht rich­ti­ge Bedeu­tung bei­misst 5. Eine des­we­gen offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Anhö­rungs­rü­ge muss­te jedoch auch unter Berück­sich­ti­gung der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht erho­ben wer­den 6.

Das ange­grif­fe­ne Urteil ver­letzt den Flücht­ling in sei­nem Grund­recht aus Art.19 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG.

Abs. 4 Satz 1 GG beschränkt sich nicht auf die Ein­räu­mung der Mög­lich­keit, die Gerich­te gegen Akte der öffent­li­chen Gewalt anzu­ru­fen, son­dern gewähr­leis­tet einen Anspruch auf eine wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le. Das Gebot des effek­ti­ven Rechts­schut­zes ver­langt nicht nur, dass jeder poten­ti­ell rechts­ver­let­zen­de Akt der Exe­ku­ti­ve in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht der rich­ter­li­chen Prü­fung unter­stellt ist; viel­mehr müs­sen die Gerich­te den betrof­fe­nen Rech­ten auch tat­säch­li­che Wirk­sam­keit ver­schaf­fen 7. Das Maß des­sen, was wir­kungs­vol­ler Rechts­schutz ist, bestimmt sich ent­schei­dend auch nach dem sach­li­chen Gehalt des als ver­letzt behaup­te­ten Rechts 8, hier des Rechts auf Leben und kör­per­li­che Unver­sehrt­heit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG), gege­be­nen­falls in Ver­bin­dung mit der Gewähr­leis­tung des Art. 3 EMRK im Lich­te der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te 9.

Ein Instan­zen­zug kann zwar nicht bean­sprucht wer­den. Steht aber – wie im Fall der Abwei­sung einer Asyl­kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det (§ 78 Abs. 1 AsylG) – nur eine Instanz zur Ver­fü­gung, so ver­stärkt dies die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die Aus­ge­stal­tung des Ver­fah­rens im Hin­blick auf die Wahr­heits­er­for­schung 10.

Die Abwei­sung einer Asyl­kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det – mit der gra­vie­ren­den Fol­ge des Aus­schlus­ses wei­te­rer gericht­li­cher Nach­prü­fung – setzt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vor­aus, dass im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts (§ 77 Abs. 1 AsylG) an der Rich­tig­keit der tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des Gerichts ver­nünf­ti­ger­wei­se kei­ne Zwei­fel bestehen kön­nen und sich bei einem sol­chen Sach­ver­halt nach all­ge­mein aner­kann­ter Rechts­auf­fas­sung in Recht­spre­chung und Leh­re die Abwei­sung der Kla­ge dem Ver­wal­tungs­ge­richt gera­de­zu auf­drängt. Aus den Ent­schei­dungs­grün­den muss sich zudem klar erge­ben, wes­halb das Gericht zu einem Urteil nach § 78 Abs. 1 AsylG kommt, war­um somit die Kla­ge nicht nur als schlicht unbe­grün­det, son­dern als offen­sicht­lich unbe­grün­det abge­wie­sen wor­den ist. Durch die­se Dar­le­gungs­pflicht wird die Gewähr für die mate­ri­el­le Rich­tig­keit ver­stärkt 11. Die Ent­schei­dungs­grün­de müs­sen die Maß­stä­be erken­nen las­sen, die der Kla­ge­ab­wei­sung als offen­sicht­lich unbe­grün­det zugrun­de lie­gen 12, und sich nach die­sen Maß­stä­ben mit dem Ein­zel­fall aus­ein­an­der­set­zen. Dabei erfor­dert die Dar­le­gung beson­de­re Sorg­falt, wenn das Bun­des­amt den Asyl­an­trag ledig­lich als (ein­fach) unbe­grün­det abge­lehnt hat 13. Die schlich­te Behaup­tung, die Kla­ge sei offen­sicht­lich unbe­grün­det, genügt den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht 14.

Die­se Grund­sät­ze gel­ten nicht nur für das Asyl­grund­recht, son­dern auch für Ver­fah­ren, die auf die Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft (§ 3 AsylG i.V.m. § 60 Abs. 1 Auf­en­thG), auf die Gewäh­rung sub­si­diä­ren Schut­zes (§ 4 AsylG i.V.m. § 60 Abs. 2 Auf­en­thG) oder auf die Fest­stel­lung von natio­na­len Abschie­bungs­ver­bo­ten (§ 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 Auf­en­thG) gerich­tet sind 15. Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen erge­ben sich inso­weit aus Art.19 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG. Auch im Anwen­dungs­be­reich des Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG muss den schutz­wür­di­gen Inter­es­sen des Betrof­fe­nen wirk­sam Rech­nung getra­gen wer­den 16.

Die­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen genügt das ange­grif­fe­ne Urteil nicht.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat hin­sicht­lich der begehr­ten Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft und des sub­si­diä­ren Schut­zes nach § 78 Abs. 1 Satz 2 AsylG aus­ge­führt, dass die den Kern­be­reich des behaup­te­ten indi­vi­du­el­len Ver­fol­gungs­schick­sals betref­fen­den Anga­ben des Flücht­lings krass wider­sprüch­lich und unge­reimt sei­en. Da dies offen­sicht­lich sei, wer­de die Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det abge­wie­sen. Die­se Ein­schät­zung wer­de selb­stän­dig tra­gend auch auf § 30 Abs. 3 Nr. 1 AsylG gestützt. Das lässt erken­nen, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil der Sache nach auch auf die all­ge­mei­ne Rege­lung des § 30 Abs. 1 AsylG gestützt hat, wonach ein Asyl­an­trag offen­sicht­lich unbe­grün­det ist, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für eine Aner­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter und die Vor­aus­set­zun­gen für die Zuer­ken­nung des inter­na­tio­na­len Schut­zes offen­sicht­lich nicht vor­lie­gen.

Die­se Begrün­dung wird bereits in for­mel­ler Hin­sicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Dar­le­gungs­an­for­de­run­gen an die Abwei­sung einer Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det nicht gerecht, soweit es die begehr­te Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes angeht.

Ein Asyl­an­trag im Sin­ne des § 78 Abs. 1 Satz 2 AsylG umfasst das Begeh­ren auf Aner­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter und auf Zuer­ken­nung inter­na­tio­na­len Schut­zes (§ 13 Abs. 1 und 2 AsylG); die­se wie­der­um umfasst gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 AsylG die Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft (§ 3 AsylG) und die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes (§ 4 AsylG). Das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil nach § 78 Abs. 1 Satz 2 AsylG kann daher bezüg­lich der drei selbst­stän­di­gen Streit­ge­gen­stän­de "Aner­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter", "Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft" und "Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes", soweit sie Gegen­stand des Ver­fah­rens sind, nur ein­heit­lich erfol­gen. Des­halb kön­nen die Anfor­de­run­gen an die Abwei­sung einer Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det im Hin­blick auf die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes kei­ne ande­ren sein als im Hin­blick auf die Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft oder im Hin­blick auf die Aner­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter 17. Daher ist für jeden ein­zel­nen Streit­ge­gen­stand eine Begrün­dung der Offen­sicht­lich­keits­ent­schei­dung erfor­der­lich, und es müs­sen die Ent­schei­dun­gen zu jedem ein­zel­nen Streit­ge­gen­stand auf einer hin­rei­chend ver­läss­li­chen Grund­la­ge beru­hen.

Der Hin­weis des Ver­wal­tungs­ge­richts auf die Wider­sprüch­lich­keit des Vor­brin­gens des Flücht­lings zur behaup­te­ten Ver­fol­gung durch die Tali­ban ver­mag das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil im Hin­blick auf die Ver­sa­gung sub­si­diä­ren Schut­zes nicht zu begrün­den. Erweist sich das Vor­brin­gen eines Asyl­su­chen­den zu den indi­vi­du­el­len Vor­flucht­grün­den wegen Wider­sprüch­lich­keit in wesent­li­chen Punk­ten ins­ge­samt als unglaub­haft, kann dies die Abwei­sung der Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det ledig­lich in die­sem Umfang recht­fer­ti­gen. Es steht damit jedoch nicht ohne Wei­te­res fest, dass Glei­ches für die außer­dem gel­tend gemach­ten – selbst­stän­dig zu beur­tei­len­den – Grün­de für das Schutz­er­su­chen und damit für die Asyl­kla­ge ins­ge­samt gilt 18. Eine Wider­sprüch­lich­keit des Vor­brin­gens zum Ver­fol­gungs­schick­sal ver­mag daher ledig­lich das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil im Hin­blick auf die Ableh­nung der Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft oder, sofern ein flücht­lings­re­le­van­ter Ver­fol­gungs­grund im Sin­ne des § 3b AsylG nicht vor­liegt, im Hin­blick auf die Ver­sa­gung sub­si­diä­ren Schut­zes wegen eines ernst­haf­ten Scha­dens in Form von Fol­ter oder unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung durch einen Akteur (§ 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2, § 3c AsylG i.V.m. Art. 3 EMRK) zu begrün­den. Die Aus­füh­run­gen zum offen­sicht­li­chen Nicht­be­stehen indi­vi­du­el­ler Ver­fol­gungs­grün­de sind jedoch nicht geeig­net, das Offen­sicht­lich­keits­ur­teil auch im Hin­blick auf die Ver­sa­gung sub­si­diä­ren Schut­zes zu tra­gen, soweit die­ser Anspruch damit begrün­det wird, dass dem Flücht­ling als Zivil­per­son auf­grund der schlech­ten huma­ni­tä­ren Ver­hält­nis­se in Afgha­ni­stan ein ernst­haf­ter Scha­den in Form einer unmensch­li­chen oder ernied­ri­gen­den Behand­lung (§ 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2 AsylG i.V.m. Art. 3 EMRK) oder auf­grund der all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge wegen einer ernst­haf­ten Bedro­hung des Lebens oder der Unver­sehrt­heit infol­ge will­kür­li­cher Gewalt im Rah­men eines inner­staat­li­chen bewaff­ne­ten Kon­flikts droht (§ 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG). Denn soweit die­se Bestim­mun­gen eine indi­vi­du­el­le Gefahr für Leben und Unver­sehrt­heit des Betrof­fe­nen vor­aus­set­zen, beruht die­se doch auf Gefah­ren, die in ers­ter Linie in den all­ge­mei­nen Ver­hält­nis­sen im Her­kunfts­land begrün­det sind und als sol­che kei­nen Zusam­men­hang mit den indi­vi­du­el­len Ver­fol­gungs­grün­den auf­wei­sen 19.

Ande­re Grün­de im Sin­ne von § 30 AsylG oder Art. 31 Abs. 8 der Richt­li­nie 2013/​32/​EU des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 26.06.2013 zu gemein­sa­men Ver­fah­ren für die Zuer­ken­nung und Aberken­nung des inter­na­tio­na­len Schut­zes – Ver­fah­rens­richt­li­nie – 20, um das Schutz­er­su­chen des Flücht­lings auch im Hin­blick auf die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det abzu­leh­nen, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht genannt. Eine nähe­re Dar­le­gung dazu, wel­chen Maß­stab es bei der Abwei­sung der Kla­ge auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det zugrun­de legt und wor­auf es sein "Offen­sicht­lich­keits­ur­teil" im Ein­zel­nen stützt, war aber schon des­halb erfor­der­lich, weil das Bun­des­amt den Asyl­an­trag ledig­lich als ein­fach unbe­grün­det abge­lehnt hat.

Dar­über hin­aus hat das Ver­wal­tungs­ge­richt auch in mate­ri­el­ler Hin­sicht die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die Abwei­sung der Kla­ge auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det ver­fehlt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt ist davon aus­ge­gan­gen, dass eine Schutz­ge­wäh­rung wegen all­ge­mei­ner Gefah­ren nur dann – in Form eines Abschie­bungs­ver­bots gemäß § 60 Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG – in Betracht kom­me, wenn der Aus­län­der gleich­sam sehen­den Auges dem siche­ren Tod oder schwers­ten Ver­let­zun­gen aus­ge­lie­fert wür­de. Die­se Vor­aus­set­zun­gen hat es mit der Begrün­dung ver­neint, dass hier­für kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te bestün­den und inso­fern auf zwei Aus­künf­te des Aus­wär­ti­gen Amtes 21 sowie auf die Anmer­kun­gen des UNHCR zur Situa­ti­on in Afgha­ni­stan von Dezem­ber 2016 ver­wie­sen. Trotz der mili­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, Selbst­mord­an­schlä­ge und Ver­sor­gungs­män­gel sei die Sicher­heits­la­ge in vie­len Regio­nen gar nicht so schlecht und in fast allen Regio­nen das größ­te Pro­blem die Arbeits­lo­sig­keit.

Die­se nur rudi­men­tä­ren Erwä­gun­gen ver­mö­gen schon die ein­fa­che Abwei­sung der Kla­ge auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes inhalt­lich nicht nach­voll­zieh­bar zu recht­fer­ti­gen. Erst recht bie­ten sie kei­ne trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für die Annah­me einer auf der Hand lie­gen­den Aus­sichts­lo­sig­keit der Kla­ge inso­weit und damit für die Recht­fer­ti­gung der Kla­ge­ab­wei­sung als offen­sicht­lich unbe­grün­det. Indem das Ver­wal­tungs­ge­richt die von dem Flücht­ling gel­tend gemach­ten all­ge­mei­nen Gefah­ren aus­schließ­lich unter dem Gesichts­punkt des natio­na­len Abschie­bungs­ver­bots nach § 60 Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG gewür­digt hat, hat es die für die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes maß­geb­li­che Rechts­vor­schrift des § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2 und Nr. 3 AsylG und die dort vor­ge­se­he­nen recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen (unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­der Behand­lung im Sin­ne von Art. 3 EMRK sowie ernst­haf­te Bedro­hung für Leib und Unver­sehrt­heit einer Zivil­per­son infol­ge will­kür­li­cher Gewalt im Rah­men eines inner­staat­li­chen bewaff­ne­ten Kon­flikts) voll­stän­dig unbe­rück­sich­tigt gelas­sen.

Das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts lässt auch sonst nicht erken­nen, dass im Hin­blick auf die Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes unter dem Gesichts­punkt einer ernst­haf­ten indi­vi­du­el­len Bedro­hung als Fol­ge einer all­ge­mei­nen Gefahr (§ 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG) die beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen für die Abwei­sung einer Kla­ge als offen­sicht­lich unbe­grün­det erfüllt gewe­sen sein könn­ten. Weder lag im Zeit­punkt der Ent­schei­dung die erfor­der­li­che gefes­tig­te ober­ge­richt­li­che Recht­spre­chung vor, noch hat das Ver­wal­tungs­ge­richt eine sol­che fest­ge­stellt.

Zwar wur­de in der jün­ge­ren ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen einer ernst­haf­ten indi­vi­du­el­len Bedro­hung des Lebens oder der Unver­sehrt­heit infol­ge will­kür­li­cher Gewalt im Rah­men eines inner­staat­li­chen bewaff­ne­ten Kon­flikts für Zivil­per­so­nen gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG in Bezug auf Afgha­ni­stan ins­ge­samt, nament­lich in Bezug auf bestimm­te Regio­nen ver­neint 22.

Es ist jedoch nicht fest­zu­stel­len, dass es sich hier­bei um eine "gefes­tig­te" Recht­spre­chung im Sin­ne der vor­ste­hen­den Maß­stä­be han­delt. Zum einen fehlt es an jün­ge­ren Beru­fungs­ur­tei­len, die sich mit der Fra­ge des ernst­haf­ten Scha­dens im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG unter Aus­wer­tung der aktu­el­len Erkennt­nis­la­ge und Recht­spre­chung im Ein­zel­nen aus­ein­an­der­set­zen. Es han­delt sich viel­mehr um Beschlüs­se, mit denen die Zulas­sung der Beru­fung man­gels hin­rei­chen­der Dar­le­gung des Zulas­sungs­grun­des der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che abge­lehnt wur­de. Ins­be­son­de­re liegt auch kein aktu­el­le­res Urteil des für das Ver­wal­tungs­ge­richt zustän­di­gen und damit maß­geb­li­chen Ober­ge­richts zur Fra­ge eines Anspruchs auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG vor 23.

Zum ande­ren kann von einer gefes­tig­ten ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung auch des­we­gen nicht gespro­chen wer­den, weil die Ver­wal­tungs­ge­rich­te bei einem Land, das – wie Afgha­ni­stan – auf­grund der Dyna­mik des dort herr­schen­den Kon­flikts von einer äußerst vola­ti­len und zudem regio­nal sehr unter­schied­li­chen Sicher­heits­la­ge geprägt ist und in dem wegen einer ste­ti­gen Ver­schlech­te­rung der Sicher­heits­la­ge in den letz­ten zwei Jah­ren die Gefahr besteht, dass die Schwel­le des § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG über­schrit­ten sein könn­te, ver­pflich­tet sind, sich lau­fend über die tat­säch­li­chen Ent­wick­lun­gen zu unter­rich­ten und nur auf der Grund­la­ge aktu­el­ler Erkennt­nis­se zu ent­schei­den 24. Besteht aber eine Pflicht zu einer gleich­sam "tages­ak­tu­el­len" Erfas­sung und Bewer­tung der ent­schei­dungs­re­le­van­ten Tat­sa­chen­grund­la­ge, kann sich schon auf­grund der in zeit­li­cher Hin­sicht nur begrenz­ten Belast­bar­keit der Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen eine gefes­tig­te ober­ge­richt­li­che Recht­spre­chung, die die Abwei­sung der Kla­ge auf Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes als offen­sicht­lich unbe­grün­det recht­fer­ti­gen könn­te, nicht sicher her­aus­bil­den. Dies gilt umso mehr, als die Beur­tei­lung, ob eine ernst­haf­te indi­vi­du­el­le Gefahr für Leib und Unver­sehrt­heit im Rah­men eines inner­staat­li­chen Kon­flikts vor­liegt, nach der – ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den­den – fach­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung neben den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen zu etwai­gen gefah­rer­hö­hen­den Umstän­den in der Per­son des Betrof­fe­nen auch stets umfang­rei­che und kom­ple­xe tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen im Hin­blick auf das Niveau will­kür­li­cher Gewalt bezie­hungs­wei­se die Gefah­ren­dich­te für die Zivil­be­völ­ke­rung erfor­dert. Im Rah­men der jeweils gebo­te­nen wer­ten­den Gesamt­be­trach­tung kann aber schon bei Ver­än­de­rung nur eines der maß­geb­li­chen Tat­sa­chen­kom­ple­xe eine recht­li­che Neu­be­wer­tung der Gefah­ren­ver­dich­tung ins­ge­samt ver­an­lasst sein.

Der Annah­me einer ein­deu­ti­gen und gesi­cher­ten Aus­kunfts­la­ge, die ein Offen­sicht­lich­keits­ur­teil tra­gen könn­te, steht auch der Umstand ent­ge­gen, dass im Hin­blick auf die Belast­bar­keit und Vali­di­tät des Daten­ma­te­ri­als, das für die Fest­stel­lung der Gefah­ren­dich­te im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG erfor­der­lich ist, grund­le­gen­de all­ge­mei­ne Beden­ken erho­ben wer­den 25.

Ange­sichts des Ver­sto­ßes gegen Art.19 Abs. 4 Satz 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG bedarf die wei­ter erho­be­ne Grund­rechts­rü­ge (Art. 3 Abs. 1 GG) wegen will­kür­li­cher Sach­be­hand­lung kei­ner Ent­schei­dung.

Die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung beruht auf dem fest­ge­stell­ten Grund­rechts­ver­stoß. Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt bei hin­rei­chen­der Berück­sich­ti­gung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben zu einer ande­ren, dem Flücht­ling güns­ti­ge­ren Ent­schei­dung gelangt wäre. Die Kam­mer hebt des­halb gemäß § 93c Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 95 Abs. 2 BVerfGG das ange­grif­fe­ne Urteil auf und ver­weist die Sache an das Ver­wal­tungs­ge­richt zurück.

Die Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung ist auch nicht des­halb ent­behr­lich, weil deut­lich abseh­bar wäre, dass der Flücht­ling auch im Fal­le der Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung an das Aus­gangs­ge­richt mit sei­nem Begeh­ren letzt­lich kei­nen Erfolg haben wür­de, so dass es an einem schwe­ren Nach­teil im Sin­ne des § 93a Abs. 2 Buch­sta­be b BVerfGG fehl­te 26.

Zwar hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg als zustän­di­ges Ober­ge­richt inzwi­schen ver­schie­de­ne grund­sätz­lich bedeut­sa­me Fra­gen zur Zuer­ken­nung sub­si­diä­ren Schut­zes und zur Fest­stel­lung von natio­na­len Abschie­bungs­ver­bo­ten in Kabul 27, in der Pro­vinz Ghaz­ni 28 und in der Pro­vinz Dai­kun­di 29 geklärt und ist zu der Ein­schät­zung gelangt, dass in die­sen Gebie­ten nicht ein so hohes Niveau will­kür­li­cher Gewalt herr­sche, dass eine Zivil­per­son allein durch ihre Anwe­sen­heit dort tat­säch­lich Gefahr lie­fe, einer ernst­haf­ten indi­vi­du­el­len Bedro­hung im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG aus­ge­setzt zu sein.

Eine Ent­schei­dung zur Gefah­ren­dich­te in der Her­kunfts­re­gi­on des Flücht­lings – Kun­dus – ist jedoch noch nicht ergan­gen. Dar­über hin­aus erfor­dert die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob eine Ver­dich­tung der all­ge­mei­nen Gefah­ren­la­ge im Sin­ne von § 4 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3 AsylG vor­liegt, stets auch eine Prü­fung des Ein­zel­falls dahin, ob beson­de­re per­sön­li­che gefah­rer­hö­hen­de Umstän­de in der Per­son des Betrof­fe­nen vor­lie­gen 30. Sol­che Umstän­de hat der Flücht­ling mit dem Hin­weis auf sei­ne psy­chi­sche Erkran­kung und die dar­aus fol­gen­den Ein­schrän­kun­gen in der All­tags­be­wäl­ti­gung gel­tend gemacht. Aus dem­sel­ben Grund erscheint eine güns­ti­ge­re Ent­schei­dung auch in Bezug auf die Fest­stel­lung des natio­na­len Abschie­bungs­ver­bots nach § 60 Abs. 5 Auf­en­thG in Ver­bin­dung mit Art. 3 EMRK nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. April 2018 – 2 BvR 2435/​17

  1. VG Stutt­gart, Urteil vom 13.09.2017 – A 12 K 2159/​17[]
  2. VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 04.04.2017 – A 11 S 737/​17[]
  3. VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 24.07.2017 – A 11 S 1647/​17[]
  4. u.a. Schnell­re­cher­che der Schwei­ze­ri­schen Flücht­lings­hil­fe vom 23. August 2017; Län­der­infor­ma­ti­ons­blatt Afgha­ni­stan des BFA Öster­reich, Stand: 19.12 2016; EASO-Bericht aus Novem­ber 2016 "Afgha­ni­stan Secu­ri­ty Situa­ti­on"; Aus­kunft der Schwei­ze­ri­schen Flücht­lings­hil­fe vom 14.09.2017 "Afgha­ni­stan: Update – Die aktu­el­le Sicher­heits­la­ge"; ver­schie­de­ne Zei­tungs- bzw. Medi­en­be­rich­te; Bericht von SIGAR vom 30.10.2017[]
  5. vgl. BVerfGE 22, 267, 273; BVerfG, Ent­schei­dung vom 04.08.2004 – 1 BvR 1557/​01 17[]
  6. vgl. BVerfGE 126, 1, 18[]
  7. vgl. BVerfGE 35, 263, 274; 40, 272, 275; 67, 43, 58; 84, 34, 49; stRspr[]
  8. vgl. BVerfGE 60, 253, 297[]
  9. vgl. BVerfGE 111, 307, 323 ff.[]
  10. vgl. BVerfGE 83, 24, 31; 87, 48, 61 f.; BVerfG, Beschlüs­se vom 07.11.2008 – 2 BvR 629/​06 12; und vom 22.10.2008 – 2 BvR 1819/​07 11; BVerfG, Beschluss vom 20.12 2006 – 2 BvR 2063/​06, NVwZ 2007, S. 1046 12[]
  11. vgl. BVerfGE 65, 76, 95 f.; 71, 276, 292 f.; BVerfG, Beschluss vom 03.09.1996 – 2 BvR 2353/​95 13[]
  12. vgl. BVerfG, Beschluss vom 16.11.2000 – 2 BvR 1684/​98 4[]
  13. vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 07.11.2008 – 2 BvR 629/​06 10; und vom 22.10.2008 – 2 BvR 1819/​07 12; BVerfG, Beschluss vom 20.12 2006 – 2 BvR 2063/​06 10; Beschluss vom 09.11.1993 – 2 BvR 1214/​93 12[]
  14. vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 07.11.2008 – 2 BvR 629/​06 10; und vom 02.07.2008 – 2 BvR 877/​06 15; BVerfG, Beschluss vom 20.12 2006 – 2 BvR 2063/​06 10[]
  15. vgl. zu § 60 Abs. 1 Auf­en­thG und § 60 Abs. 7 Satz 1 Auf­en­thG: BVerfG, Beschlüs­se vom 07.11.2008 – 2 BvR 629/​06 11; und vom 22.10.2008 – 2 BvR 1819/​07 14; BVerfG, Beschluss vom 20.12 2006 – 2 BvR 2063/​06 11[]
  16. vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.11.2008 – 2 BvR 629/​06 11; BVerfG, Beschluss vom 20.12 2006 – 2 BvR 2063/​06 11[]
  17. vgl. zu § 51 Abs. 1 Aus­lG – heu­te § 60 Abs. 1 Auf­en­thG – im Ver­hält­nis zur Asyl­an­er­ken­nung: BVerfG, Beschluss vom 20.09.2001 – 2 BvR 1392/​00; Beschluss vom 03.09.1996 – 2 BvR 2353/​95; Beschluss vom 09.08.1994 – 2 BvR 2576/​93[]
  18. vgl. zu selbst­stän­di­gen Nach­flucht­grün­de: BVerfG, Beschlüs­se vom 22.05.2000 – 2 BvR 349/​97 4; und vom 03.09.1996 – 2 BvR 2353/​95 15[]
  19. vgl. BVerfG, Beschluss vom 26.06.2017 – 2 BvR 1353/​17 2[]
  20. ABl Nr. L 180[]
  21. Lage­be­richt vom 19.10.2016 und Lage­be­ur­tei­lung vom 28.07.2017[]
  22. vgl. Baye­ri­scher VGH, Beschlüs­se vom 21.08.2017 – 13a ZB 17.30529 13, Zen­tral­re­gi­on und Nord­ost­re­gi­on; vom 25.07.2017 – 13a ZB 17.30727 16, Ost­re­gi­on – Lagh­man; vom 19.06.2017 – 13a ZB 17.30400 13, Zen­tral­re­gi­on – Par­wan; vom 11.04.2017 – 13a ZB 17.30294 5, Kabul; vom 10.04.2017 – 13a ZB 17.30266 5, Süd­ost­re­gi­on – Ghaz­ni; vom 06.03.2017 – 13a ZB 17.30081 10, Süd­re­gi­on – Uruz­gan; vom 03.02.2017 – 13a ZB 16.31045 4, Nord­ost­re­gi­on – Kun­dus; vom 25.01.2017 – 13a ZB 16.30374 11, Afgha­ni­stan; OVG Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 01.09.2017 – 8 A 11005/​17 8 ff. m.w.N., Pro­vinz Ghaz­ni, Pro­vinz Balkh, Stadt Kabul; OVG NRW, Beschlüs­se vom 28.08.2017 – 13 A 1994/​17.A 6 ff.; vom 10.07.2017 – 13 A 1385/​17.A 5 ff.; vom 20.06.2017 – 13 A 903/​17.A 5 ff.; und vom 09.03.2017 – 13 A 2575/​16.A 5 ff.[]
  23. vgl. zuletzt VGH Baden-Würt­tem­berg, Urtei­le vom 14.08.2013 – A 11 S 688/​13 23 ff., Pro­vinz Ghaz­ni; und vom 27.04.2014 – A 11 S 3079/​1120 ff., Kabul[]
  24. vgl. BVerfG, Beschluss vom 27.03.2017 – 2 BvR 681/​17 11 und Beschluss vom 21.04.2016 – 2 BvR 273/​16 11[]
  25. vgl. etwa Ent­schei­dung des Schwei­ze­ri­schen Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 13.10.2017 – D‑5800/​2016 – zur Unzu­läng­lich­keit eines ledig­lich auf Opfer­zah­len abstel­len­den Ansat­zes; ins­be­son­de­re Abschnit­te E 7.04.03. und E 6.03.01.[]
  26. vgl. BVerfGE 90, 22, 25 f.[]
  27. vgl. BVerfG, Urtei­le vom 03.11.2017 – A 11 S 1704/​17 96 ff.; und vom 05.12 2017 – A 11 S 1144/​17 228 ff.[]
  28. vgl. BVerfG, Urteil vom 17.01.2018 – A 11 S 241/​17206 ff.[]
  29. vgl. BVerfG, Urteil vom 24.01.2018 – A 11 S 1265/​17 129 ff.[]
  30. vgl. BVerwG, Urteil vom 17.11.2011 – 10 C 13.10 17 ff.[]