Auch Par­tei­en benö­ti­gen eine Ver­an­stal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt blieb jetzt ein Eil­an­trag ohne Erfolg, mit dem der baye­ri­sche NPD-Kreis­ver­band Günz­bur­g/­Neu-Ulm die Stadt Günz­burg zur Über­las­sung eines städ­ti­schen Saals ver­pflich­ten woll­te.

Auch Par­tei­en benö­ti­gen eine Ver­an­stal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Der antrag­stel­len­de NPD-Kreis­ver­band erstreb­te die Über­las­sung eines städ­ti­schen Saals zur Abhal­tung des Lan­des­par­tei­tags der baye­ri­schen NPD am 24. Novem­ber 2012. Die Stadt­ver­wal­tung ver­wehr­te dies mit der Begrün­dung, dass er kei­ne aus­rei­chen­de Haft­pflicht­ver­si­che­rung für die Ver­an­stal­tung vor­ge­legt habe. Der Antrag­stel­ler such­te erfolg­los um ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz nach. Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof führ­te aus, eine Ver­an­stal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung zu for­dern, sei nicht zu bean­stan­den. Sie gehö­re zu den all­ge­mei­nen Benut­zungs­be­din­gun­gen der Kom­mu­nen. Etwai­ge Schwie­rig­kei­ten des Antrag­stel­lers, eine Ver­an­stal­tung abzu­hal­ten, könn­ten nicht zu Las­ten der Kom­mu­ne gehen. Die Durch­füh­rung der vom Par­tei­en­gesetz vor­ge­schrie­be­nen Ver­an­stal­tun­gen wer­de dadurch nicht unmög­lich gemacht.

Hier­ge­gen wand­te sich der Antrag­stel­ler an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit dem Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung; die Auf­fas­sung der Gerich­te habe zur Fol­ge, dass er von sämt­li­chen öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen fern­ge­hal­ten wer­den könn­te.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat den Erlass der einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt. Der Antrag­stel­ler müs­se die Fra­ge, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Kom­mu­nen öffent­li­che Ein­rich­tun­gen für die Abhal­tung von Par­tei­ta­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len haben, zunächst im fach­ge­richt­li­chen Haupt­sa­che­ver­fah­ren klä­ren las­sen 1. Der Antrag­stel­ler habe nicht dar­ge­legt, wes­halb er den Lan­des­par­tei­tag unaus­weich­lich am vor­ge­se­he­nen Ort und Ter­min abhal­ten müs­se.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. Novem­ber 2012 – 2 BvQ 50/​12

  1. vgl. BVerfGE 79, 275, 278 f.[]