Auf­nah­me in das Ver­zeich­nis natio­nal wert­vol­len Kul­tur­gu­tes

Nach dem Kul­tur­schutz­ge­setz sind Kunst­wer­ke in dem Land in das Ver­zeich­nis ein­zu­tra­gen, in dem sie sich bei Inkraft­tre­ten des Kul­tur­schutz­ge­set­zes befun­den haben. Ist ein Land für die erfolg­te Ein­tra­gung der Kunst­wer­ke nicht zustän­dig gewe­sen, so ist die Ein­tra­gung auf­zu­he­ben.

Auf­nah­me in das Ver­zeich­nis natio­nal wert­vol­len Kul­tur­gu­tes

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf die Ein­tra­gung von drei Kunst­wer­ken des 1943 ver­stor­be­nen Künst­lers Oskar Schlem­mer (Bau­plas­tik R, 1919; Sechs-Köp­fe-Fries, 1935; Abs­trak­te Figur (Frei­plas­tik G), 1921/​23) in das beim Land Nord­rhein-West­fa­len geführ­te Ver­zeich­nis natio­nal wert­vol­len Kul­tur­gu­tes auf­ge­ho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts ist das Land Nord­rhein-West­fa­len für die Ein­tra­gung der Kunst­wer­ke nicht zustän­dig gewe­sen. Nach dem Kul­tur­schutz­ge­setz sind Kunst­wer­ke in dem Land in das Ver­zeich­nis ein­zu­tra­gen, in dem sie sich bei Inkraft­tre­ten des Kul­tur­schutz­ge­set­zes befun­den haben. Das ist hier das Land Baden-Würt­tem­berg, wo sich die Bil­der bis zu ihrem Trans­port zu einem Köl­ner Kunst­auk­ti­ons­haus im Jahr 2008 befun­den haben.

Nach den Bestim­mun­gen des Lan­des­ver­wal­tungs­ver­fah­rens­rechts ist die­ser Ver­stoß gegen die Zustän­dig­keit Baden-Würt­tem­bergs auch nicht unbe­acht­lich. Die für Män­gel der ört­li­chen Zustän­dig­keit gel­ten­de Hei­lungs­vor­schrift des § 46 VwVfG NRW ist näm­lich auf Fäl­le der feh­len­den Ver­bands­kom­pe­tenz nicht anwend­bar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 9. Mai 2012 – 1 K 2321/​10