Aus­kunft über die „gefun­de­nen“ Gur­litt-Bil­der

Nach dem Baye­ri­schen Pres­se­ge­setz hat ein Repor­ter Anspruch auf eine Lis­te der Staats­an­walt­schaft über die Gur­litt-Bil­der und auf Mit­tei­lung, zu wel­chen Wer­ken poten­ti­el­le Eigen­tü­mer ermit­telt und kon­tak­tiert wur­den. Dage­gen müs­sen nicht die Namen die­ser mög­li­chen Eigen­tü­mer bekannt­ge­ge­ben wer­den.

Aus­kunft über die „gefun­de­nen“ Gur­litt-Bil­der

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg in dem hier vor­lie­gen­den einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren bezüg­lich der Aus­kunfts­pflicht der Staats­an­walt­schaft Augs­burg über Ein­zel­hei­ten des „Schwa­bin­ger Kunst­fun­des“. Der Repor­ter einer Tages­zei­tung hat mit die­sem Ver­fah­ren eine Auf­stel­lung der Gur­litt-Bil­der unter genau­er Bezeich­nung und Anga­be der Abmes­sun­gen begehrt. Wei­ter­hin soll­te ihm die Staats­an­walt­schaft mit­tei­len, zu wel­chen Wer­ken poten­ti­el­le Eigen­tü­mer ermit­telt und kon­tak­tiert wur­den und deren Namen nen­nen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Augs­burg sei eine dem Aus­kunfts­an­spruch ent­ge­gen­ste­hen­de Ver­schwie­gen­heits­pflicht nicht gege­ben: Das Steu­er­ge­heim­nis ste­he dem Aus­kunfts­ver­lan­gen nicht ent­ge­gen, da es abzu­wä­gen sei gegen die grund­ge­setz­lich garan­tier­te Pres­se­frei­heit. Hier sei zu berück­sich­ti­gen, dass an dem Fall Gur­litt ein erheb­li­ches und zwin­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se an Publi­zi­tät bestehe. Ange­sichts der bereits ver­öf­fent­lich­ten Fak­ten lau­fe der Schutz­zweck des Steu­er­ge­heim­nis­ses weit­ge­hend leer. Sowohl der Name des Besit­zers der Bil­der, des­sen Adres­sen und der unge­fäh­re Bestand an Kunst­wer­ken sei­en der Öffent­lich­keit bereits bekannt. Auch sei nicht zu erken­nen, inwie­weit die Ver­öf­fent­li­chung des Bil­der­be­stan­des ein straf­recht­li­ches Ermitt­lungs­ver­fah­ren beein­träch­ti­gen kön­ne.

Die­se Grün­de sprä­chen auch für einen Anspruch auf Aus­kunft, bezüg­lich wel­cher Wer­ke mög­li­che Eigen­tü­mer ermit­telt wur­den und mit ihnen Kon­takt auf­ge­nom­men wor­den sei.

Schutz­wür­dig sei­en aber die Inter­es­sen die­ser mög­li­chen Eigen­tü­mer dar­an, dass ihre Namen nicht ver­öf­fent­licht wür­den. Die­se müss­ten selbst ent­schei­den, ob sie nament­lich in der Pres­se erschei­nen und ob sie über­haupt mit der Pres­se Kon­takt auf­neh­men woll­ten.

Die Staats­an­walt­schaft Augs­burg hat hier­ge­gen bereits Beschwer­de zum Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt­hof ein­ge­legt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg, Beschluss vom 29. Janu­ar 2014 – Au 7 E 13.2018