Aus­kunfts­an­sprü­che der Pres­se

Sowohl die Kreis­ver­wal­tung – im jetzt vom Ver­al­tungs­ge­richt Arns­berg etnschie­de­nen Fall der Land­rat des Krei­ses Siegen/​Wittgenstein – als auch eine kreis­ei­ge­ne Betei­li­gungs­ge­sell­schaft sind nach dem nord­rhein-west­fä­li­schen Rrcht ver­pflich­tet, einem Jour­na­lis­ten Aus­künf­te über die vom Kreis gehal­te­nen Akti­en der RWE AG, über Ver­käu­fe ent­spre­chen­der Akti­en und über ent­spre­chen­de Pla­nun­gen zu ertei­len.

Aus­kunfts­an­sprü­che der Pres­se

Geklagt hat­te ein frei­er Jour­na­list, der sich unter ande­rem mit Ener­gie­the­men befasst. Im Jah­re 2007 rich­te­te er eine Umfra­ge an eine Viel­zahl von Kom­mu­nen, mit der er im Ein­zel­nen nach ihren Betei­li­gun­gen an der RWE sowie nach ent­spre­chen­den Akti­en­ver­käu­fen und Pla­nun­gen frag­te. Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Kom­mu­nen beant­wor­te­ten die Beklag­ten die Anfra­gen nicht. Die dar­auf­hin im ver­gan­ge­nen Jahr erho­be­nen Aus­kunfts­kla­gen hat­ten jetzt Erfolg.

Die bei­den Urtei­le begrün­de­te das VG mit dem dem Pres­se­ge­setz für das Land Nord­rhein-West­fa­len, wonach die Behör­den ver­pflich­tet sei­en, den Ver­tre­tern der Pres­se die der Erfül­lung ihrer öffent­li­chen Auf­ga­ben die­nen­den Aus­künf­te zu ertei­len. Bei der Aus­le­gung die­ser Vor­schrif­ten sei vor allem die im Grund­ge­setz ver­bürg­te Pres­se­frei­heit zu berück­sich­ti­gen. Deren Bedeu­tung wer­de es nicht gerecht, Aus­künf­te zu ver­wei­gern, wenn ein durch­grei­fen­der Grund nicht ent­ge­gen­ste­he. Der pres­se­recht­li­che Aus­kunfts­an­spruch erstre­cke sich auch auf von der öffent­li­chen Hand beherrsch­te juris­ti­sche Per­so­nen des Pri­vat­rechts, sofern mit ihnen öffent­li­che Auf­ga­ben erfüllt wür­den.

Von die­sen Grund­sät­zen aus­ge­hend habe der Klä­ger Anspruch auf die begehr­ten Aus­künf­te. Es gehe um Infor­ma­tio­nen, die der Erfül­lung der öffent­li­chen Auf­ga­be der Pres­se dien­ten. Vor­schrif­ten über die Geheim­hal­tung stün­den der Ertei­lung der ver­lang­ten Infor­ma­tio­nen nicht ent­ge­gen, wie das Gericht im Ein­zel­nen dar­ge­legt hat. Ins­be­son­de­re füh­re nicht jede Geheim­hal­tungs­vor­schrift zugleich zu einem Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht. Bei der Aus­le­gung die­ser Bestim­mun­gen sei viel­mehr das Gewicht der betrof­fe­nen Rechts­gü­ter abzu­wä­gen. Betriebs- oder Geschäfts­ge­heim­nis­se wür­den im vor­lie­gen­den Fall nicht berührt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urtei­le vom 30. Janu­ar 2009 – 12 K 136/​08 und 12 K 1088/​08