Aus­kunfts­pflich­ten des Bun­des­rech­nungs­ho­fes

Der Bun­des­rech­nungs­hof muss grund­sätz­lich Aus­kunft über das Ergeb­nis sei­ner Prü­fungs­tä­tig­keit geben.

Aus­kunfts­pflich­ten des Bun­des­rech­nungs­ho­fes

In dem jetzt letzt­in­stanz­lich vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ent­schie­de­nen Rechts­streit ver­lang­te der Klä­ger, ein Jour­na­list, vom Bun­des­rech­nungs­hof auf der Grund­la­ge des Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­zes Ein­sicht in Prü­fungs­un­ter­la­gen über Zuwen­dun­gen, die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung ver­schie­de­nen Stif­tun­gen poli­ti­scher Par­tei­en und kirch­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen zur För­de­rung von Vor­ha­ben auf dem Gebiet der Ent­wick­lungs­hil­fe gewährt wur­den.

In der Vor­in­stanz hat­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter der Kla­ge im Wesent­li­chen statt­ge­ge­ben und den Bun­des­rech­nungs­hof ver­pflich­tet, dem Klä­ger Kopi­en der jeweils abschlie­ßen­den Prü­fungs­nie­der­schrif­ten der letz­ten Prü­fung der genann­ten Orga­ni­sa­tio­nen zu über­sen­den, soweit nicht im Ein­zel­fall beson­de­re Aus­schluss­grün­de wie etwa der Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten oder der Schutz von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen ent­ge­gen­ste­hen1.

Mit sei­ner hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­si­on macht der Bun­des­rech­nungs­hof gel­tend, dass er wegen sei­ner beson­de­ren Auf­ga­ben und Stel­lung im Staats­auf­bau kei­ne Ver­wal­tungs­tä­tig­keit aus­übe und des­halb nicht nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz aus­kunfts­pflich­tig sei. Jeden­falls kön­ne er den Zugang zu den Infor­ma­tio­nen schon des­we­gen ver­wei­gern, weil eine wirk­sa­me Erfül­lung sei­ner Prü­fungs­auf­ga­ben nur bei Wah­rung der Ver­trau­lich­keit der von ihm erho­be­nen Infor­ma­tio­nen mög­lich sei.

Die­sen Argu­men­ten folg­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jedoch nicht und bestä­tig­te das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter:

Der Bun­des­rech­nungs­hof zählt, so das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, zu den infor­ma­ti­ons­pflich­ti­gen Bun­des­be­hör­den. Bei sei­ner Prü­fungs­tä­tig­keit nimmt er Ver­wal­tungs­auf­ga­ben wahr. Er kann sich nicht dar­auf beru­fen, dass eine effek­ti­ve Prü­fung nur dann mög­lich sei, wenn den geprüf­ten Stel­len der ver­trau­li­che Umgang mit den erlang­ten Erkennt­nis­sen zuge­si­chert wer­de.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 15. Novem­ber 2012 – 7 C 1.12

  1. VGH NRW, Urteil vom 26.10.2011 – 8 A 2593/​10