Aus­la­ge­n­er­stat­tung im einst­wei­li­gen Anord­nungs­ver­fah­ren – und der nicht begrün­de­te Antrag

Gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Erle­di­gung eines Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung die vol­le oder teil­wei­se Erstat­tung der der Antrag­stel­le­rin ent­stan­de­nen Aus­la­gen anord­nen.

Aus­la­ge­n­er­stat­tung im einst­wei­li­gen Anord­nungs­ver­fah­ren – und der nicht begrün­de­te Antrag

Über die Erstat­tung ist unter Gesamt­wür­di­gung aller bekann­ten Umstän­de nach Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten zu ent­schei­den. Dabei kommt mit Blick auf die Funk­ti­on und Trag­wei­te ver­fas­sungs­rich­ter­li­cher Ent­schei­dun­gen eine sum­ma­ri­sche Prü­fung der Erfolgs­aus­sich­ten des Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung zwar regel­mä­ßig nicht in Betracht 1. Eine Erstat­tung kann aus Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten aller­dings dann ange­ord­net wer­den, wenn der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung bei über­schlä­gi­ger Beur­tei­lung offen­sicht­lich Aus­sicht auf Erfolg gehabt hät­te und im Rah­men der ledig­lich kur­so­ri­schen Prü­fung zu ver­fas­sungs­recht­li­chen Zwei­fels­fra­gen nicht Stel­lung genom­men zu wer­den braucht 2.

Nach die­sen Maß­stä­ben schei­det die Anord­nung einer Aus­la­ge­n­er­stat­tung vor­lie­gend aus. Ein Antrag nach § 32 Abs. 1 BVerfGG ist nur zuläs­sig, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung sub­stan­ti­iert dar­ge­legt sind 3. Wird – wie hier – iso­liert eine einst­wei­li­ge Anord­nung bean­tragt, muss der Antrag die Anga­ben ent­hal­ten, die zur Begrün­dung der noch zu erhe­ben­den Ver­fas­sungs­be­schwer­de erfor­der­lich sind 4. Die­sen Anfor­de­run­gen genügt die Antrags­be­grün­dung nicht. Die Antrag­stel­le­rin hat bereits nicht hin­rei­chend dar­ge­legt, dass sie einen ver­fas­sungs­recht­lich begrün­de­ten Anspruch auf sofor­ti­ge Wie­der­her­stel­lung eines Anschlus­ses an das Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz der Antrags­geg­ne­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens gehabt hät­te.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Janu­ar 2018 – 2 BvQ 49/​17

  1. vgl. BVerfGE 85, 109, 115; 87, 394, 398; 133, 37, 38 Rn. 2; BVerfG, Beschluss vom 21.09.2017 – 2 BvQ 40/​17 3; Beschluss vom 02.05.2017 – 2 BvR 572/​17 2; Beschluss vom 09.02.2017 – 1 BvR 309/​11 2[]
  2. vgl. BVerfGE 85, 109, 115 f.; 133, 37, 38 f.; BVerfG, Beschluss vom 21.09.2017 – 2 BvQ 40/​17 3; Beschluss vom 19.12 2016 – 2 BvR 1490/​16 9[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 25.10.2006 – 1 BvQ 30/​06, juris; Beschluss vom 17.11.2006 – 1 BvQ 33/​06[]
  4. vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.08.2015 – 1 BvQ 28/​15[]