Aus­la­gen­er­stat­tung – nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist über die Erstat­tung der den Beschwer­de­füh­rern ent­stan­de­nen Aus­la­gen nach Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten zu ent­schei­den, § 34a Abs. 3 BVerfGG. Dabei ist eine Gesamt­wür­di­gung aller bekann­ten Umstän­de vor­zu­neh­men.

Aus­la­gen­er­stat­tung – nach Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Mit Blick auf die Funk­ti­on und die Trag­wei­te ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Ent­schei­dun­gen kommt, ins­be­son­de­re wenn es um die Gül­tig­keit eine Geset­zes geht, eine sum­ma­ri­sche Prü­fung der Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de regel­mä­ßig nicht in Betracht [1].

Eine Erstat­tung von Aus­la­gen kommt aller­dings dann in Fra­ge, wenn die Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich war und unter­stellt wer­den kann oder wenn die ver­fas­sungs­recht­li­che Lage geklärt wor­den ist [2].

Vor allem dann, wenn die öffent­li­che Gewalt von sich aus den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Akt besei­tigt oder der Beschwer auf ande­re Wei­se abhilft und davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass sie das Begeh­ren des Beschwer­de­füh­rers selbst für berech­tigt gehal­ten hat, kann es bil­lig sein, dem Beschwer­de­füh­rer die Erstat­tung sei­ner Aus­la­gen zuzu­bil­li­gen [3].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 9. Febru­ar 2017 – 1 BvR 309/​11

  1. vgl. BVerfGE 85, 109, 115; 87, 394, 398[]
  2. vgl. BVerfGE 85, 109, 114 ff.[]
  3. vgl. BVerfGE 87, 394, 397[]