Aus­la­gen­er­stat­tung für die Verfassungsbeschwerde

Nach § 34a Abs. 3 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die vol­le oder teil­wei­se Erstat­tung von Aus­la­gen auch dann anord­nen, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de erfolg­los geblie­ben ist. Dies gilt auch, wenn sie – wie hier – nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wur­de1.

Aus­la­gen­er­stat­tung für die Verfassungsbeschwerde

Die Anord­nung der Aus­la­gen­er­stat­tung steht im Ermes­sen des Gerichts und setzt vor­aus, dass beson­de­re Bil­lig­keits­grün­de vor­ge­tra­gen oder ersicht­lich sind2.

Eine Erstat­tung von Aus­la­gen kommt etwa dann in Betracht, wenn

  • die Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de unter­stellt wer­den kann oder wenn
  • die ver­fas­sungs­recht­li­che Lage – etwa durch eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in einem gleich gela­ger­ten Fall – bereits geklärt ist3.

Gemäß § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG beträgt der Min­dest­ge­gen­stands­wert im Ver­fah­ren der Ver­fas­sungs­be­schwer­de 5.000 Euro. Ein höhe­rer Gegen­stands­wert kommt in Fäl­len, in denen eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men oder zurück­ge­nom­men wor­den ist, regel­mä­ßig nicht in Betracht4. Umstän­de, die hier aus­nahms­wei­se einen höhe­ren Gegen­stands­wert recht­fer­ti­gen könn­ten, sind weder dar­ge­tan noch ersicht­lich. Ist des­halb vom Min­dest­ge­gen­stands­wert aus­zu­ge­hen, so besteht für die gericht­li­che Fest­set­zung des Gegen­stands­werts kein Rechts­schutz­be­dürf­nis5.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2020 – 2 BvR 1968 – /​20

  1. vgl. BVerfGE 36, 89 <92> BVerfGK 7, 283 <302 f.>[]
  2. stRspr; vgl. BVerfGE 7, 75 <77> 20, 119 <133 f.> 85, 109 <114 ff.> 87, 394 <397 f.> 89, 91 <97> 133, 37 <38 f. Rn. 2>[]
  3. vgl. BVerfGE 85, 109 <114 ff.> 133, 37 <38 f. Rn. 2> BVerfG, Beschluss vom 16.10.2013 – 2 BvR 1446/​12, Rn. 5; Beschluss vom 08.06.2016 – 1 BvR 210/​09, Rn. 4 f.; Beschluss vom 09.02.2017 – 1 BvR 309/​11, Rn. 2 m.w.N.[]
  4. vgl. BVerfGE 79, 365 <369>[]
  5. vgl. BVerfG, Beschluss vom 25.05.1999 – 2 BvR 1790/​94, NJW 2000, S. 1399[]

Bild­nach­weis: