Auslegung öffentlich-rechtlicher Erklärungen

Die bundesrechtlichen Auslegungsregeln der §§ 133, 157 BGB sind auf öffentlich-rechtliche Erklärungen entsprechend anzuwenden. Bei Verwaltungsakten kommt es wie bei empfangsbedürftigen Willenserklärungen nicht auf den wirklichen Willen des Erklärenden (natürliche Auslegung), sondern auf den objektiven Erklärungsinhalt an. Maßgeblich ist, wie der Empfänger die Erklärung nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der für ihn erkennbaren Umstände verstehen musste.

Auslegung öffentlich-rechtlicher Erklärungen

Dabei ist vom Wortlaut der Erklärung auszugehen und deren objektiver Gehalt unter Berücksichtigung des Empfängerhorizonts zu ermitteln1.

Das setzt nicht zuletzt eine vollständige Berücksichtigung des Wortlauts schriftlicher Erklärungen voraus.

Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 20. Juni 2013 – 47.12

  1. stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 02.09.1999 – 2 C 22.98, BVerwGE 109, 283, 286 = Buchholz 237.7 § 72 NWLBG Nr. 4 und vom 27.06.2012 – 9 C 7.11, BVerwGE 143, 222, Rn. 18 = Buchholz 11 Art.20 GG Nr.206; BGH, Urteile vom 24.02.1988 – VIII ZR 145/87 – BGHZ 103, 275, 280, vom 27.01.2010 – VIII ZR 58/09 – BGHZ 184, 128, 137 Rn. 33 und vom 01.03.2011 – II ZR 16/10 – NJW 2011, 1666, 1667 Rn. 11 je m.w.N.[]