Aus­schluss vom Mas­ter­stu­di­um auf­grund der Bache­lor-Note

Nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mainz ist es recht­lich nicht zu bean­stan­den, wenn einee Hoch­schu­le in der Prü­fungs­ord­nung für einen kon­se­ku­ti­ven Mas­ter­stu­di­en­gang die Zulas­sung eines Bache­lor­ab­sol­ven­ten zu die­sem Stu­di­en­gang davon abhän­gig macht, dass der Bewer­ber das Bache­lor­stu­di­um mit einer bestimm­ten ECTS-Note abge­schlos­sen hat.

Aus­schluss vom Mas­ter­stu­di­um auf­grund der Bache­lor-Note

In dem kon­kre­ten, vom Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz ent­schie­de­nen Fall geht es um einen jun­gen Mann, der sich nach dem Abschluss sei­nes BWL-Bache­lor­stu­di­ums an einer ande­ren Fach­hoch­schu­le mit der ECTS-Note Gra­de D bei der Fach­hoch­schu­le Mainz um einen Stu­di­en­platz im BWL-Mas­ter­stu­di­en­gang bewarb. Die Fach­hoch­schu­le ver­nein­te einen Zulas­sungs­an­spruch des Antrag­stel­lers, weil die­ser ent­ge­gen den in der Prü­fungs­ord­nung für den Mas­ter­stu­di­en­gang gere­gel­ten Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen sein Bache­lor­stu­di­um nicht min­des­tens mit der ECTS-Note Gra­de C abge­schlos­sen habe.

Der Stu­di­en­be­wer­ber wand­te sich mit dem Antrag auf Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für einen beab­sich­tig­ten Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung gegen die Fach­hoch­schu­le an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Er mach­te ins­be­son­de­re gel­tend, dass es nicht zuläs­sig sei, ohne gesetz­li­che Grund­la­ge und nur durch eine Rege­lung der Uni­ver­si­tät in der Prü­fungs­ord­nung die Zulas­sung zum Mas­ter­stu­di­um allein von der Bache­lor-Note abhän­gig zu machen, zumal der Bache­lor­grad kein voll­wer­ti­ger Berufs­ab­schluss sei.

Die Main­zer Ver­wal­tungs­rich­ter sahen dies jedoch anders und lehn­ten den Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag unter Hin­weis auf die feh­len­den Erfolgs­aus­sich­ten eines einst­wei­li­gen Anord­nungs­an­trags ab: Nach dem Hoch­schul­ge­setz set­ze der Zugang zum Mas­ter­stu­di­um zum einen einen berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Berufs­ab­schluss vor­aus. Außer­dem sei er von beson­de­ren Zugangs­vor­aus­set­zun­gen abhän­gig zu machen. Dies recht­fer­ti­ge es, an den vor­an­ge­gan­ge­nen Bache­lor­ab­schluss beson­de­re Anfor­de­run­gen zu stel­len, zumal das Mas­ter­stu­di­um die Stu­die­ren­den in beson­de­rer Wei­se qua­li­fi­zie­ren sol­le. Die­se beson­de­ren Anfor­de­run­gen müs­se nicht der Gesetz­ge­ber selbst for­mu­lie­ren, dies dürf­ten viel­mehr die ein­zel­nen Hoch­schu­len tun, weil die­se die maß­geb­li­chen Aspek­te am sach­kun­digs­ten beur­tei­len und die jewei­li­ge Aus­bil­dungs – und Kapa­zi­täts­si­tua­ti­on vor Ort am bes­ten ein­schät­zen könn­ten.

Eine Min­dest­no­te sei eine zuläs­si­ge und geeig­ne­te beson­de­re Anfor­de­rung an den Bache­lor­ab­schluss, da die Note die maß­geb­li­che Aus­sa­ge über die Qua­li­tät des Stu­di­en­ab­schlus­ses ent­hal­te. Wel­che Bache­lor­no­te min­des­tens gefor­dert wer­de, dür­fe die Hoch­schu­le ent­schei­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Urteil vom 14. Juni 2010 – 14 L 198/​10.MZ)