Aus­tausch von Gas­la­ter­nen gegen LED-Leuch­ten

Aus dem Stra­ßen­recht folgt kein indi­vi­du­el­ler Anspruch auf eine bestimm­te Beleuch­tung. Durch den Abbau von Gas­la­ter­nen besteht kei­ne erheb­li­che Beein­träch­ti­gung eines anlie­gen­den denk­mal­ge­schütz­ten Hau­ses. Allein der Umstand, dass die neu­en LED-Leuch­ten Queck­sil­ber ent­hal­ten, begrün­det kei­ne kon­kre­te Gesund­heits­ge­fah­ren.

Aus­tausch von Gas­la­ter­nen gegen LED-Leuch­ten

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem der Aus­tausch von Gas­la­ter­nen im Bezirk Ste­glitz-Zehlen­dorf durch LED-Leuch­ten ver­hin­dert wer­den soll­te. Der Antrag­stel­ler, Mie­ter einer Woh­nung in einem denk­mal­ge­schütz­ten Haus in Ber­lin-Dah­lem, wand­te sich gegen den Abbau der Gas­la­ter­nen unter Beru­fung auf das Denk­mal­recht. Fer­ner mach­te er gel­tend, die neu­en Leucht­kör­per ent­hiel­ten gesund­heits­schä­di­gen­des Queck­sil­ber.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ange­führt, dass ein denk­mal­recht­li­cher Nach­bar­schutz nur zuguns­ten des Eigen­tü­mers eines Denk­mals bzw. des Denk­mal­grund­stücks bestehe und zudem eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Denk­mals vor­aus­set­ze. Dar­an feh­le es hier. Der Antrag­stel­ler sei nur Mie­ter, und es sei auch nicht ersicht­lich, dass das Gebäu­de durch die Instal­la­ti­on der vie­ler­orts übli­chen elek­tri­schen Stra­ßen­be­leuch­tung wesent­lich beein­träch­tigt wer­de.

Auch aus dem Stra­ßen­recht fol­ge kein indi­vi­du­el­ler Anspruch auf eine bestimm­te Beleuch­tung. Kon­kre­te Gesund­heits­ge­fah­ren und damit eine Beein­träch­ti­gung sei­ner Grund­rech­te durch die neue Stra­ßen­be­leuch­tung habe der Antrag­stel­ler schließ­lich nicht dar­ge­tan.

Bei dem Aus­tausch der Gas­la­ter­nen han­de­le es sich um eine im Kern poli­ti­sche Ermes­sens­ent­schei­dung, die weder das Ver­wal­tungs­ge­richt noch der Antrag­stel­ler durch eine eige­ne Ent­schei­dung erset­zen kön­ne.

Aus die­sen Grün­den hat das Ver­wal­tungs­ge­richt den Eil­an­trag zurück­ge­wie­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 18. März 2014 – VG 13 L 116.14