Bache­lor und Mas­ter oder lie­ber doch Diplom?

Die Mün­che­ner Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät hat­te den Stu­di­en­gangs Volks­wirt­schafts­leh­re vom einem Diplom- auf einen Bache­lor-/​Mas­ter-Stu­di­en­gang umge­stellt. Dies fand jetzt vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt­hof jedoch kei­ne Zustim­mung, und so hat der BayVGH die Sat­zung zur Ände­rung der Prü­fungs­ord­nung sowie die Sat­zung zur Ände­rung der Stu­di­en­ord­nung für den Diplom‑, Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gang Volks­wirt­schafts­leh­re an der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen (LMU) teil­wei­se für unwirk­sam erklärt.

Bache­lor und Mas­ter oder lie­ber doch Diplom?

Der Antrag­stel­ler wand­te sich im Wege der Nor­men­kon­trol­le gegen Ände­run­gen der Prü­fungs- und Stu­di­en­ord­nung im Fach Volks­wirt­schafts­leh­re, mit denen die LMU eine Imma­tri­ku­la­ti­on in den bis­he­ri­gen Diplom­stu­di­en­gang ab dem Win­ter­se­mes­ter (WS) 2008/​2009 aus­ge­schlos­sen hat. Bereits ab dem WS 2007/​2008 waren Ein­schrei­bun­gen in den Diplom­stu­di­en­gang nur noch für Stu­die­ren­de höhe­rer Fach­se­mes­ter mit abge­leg­ter Vor- oder Zwi­schen­prü­fung mög­lich. Ziel der Ände­rung war die suk­zes­si­ve Ein­stel­lung des Diplom­stu­di­en­gangs Volks­wirt­schafts­leh­re. Der BayVGH gab dem Nor­men­kon­troll­an­trag statt und erklär­te die umstrit­te­nen Bestim­mun­gen der Ände­rungs­sat­zun­gen für unwirk­sam, da sie kom­pe­ten­z­wid­rig erlas­sen wor­den sei­en. Nach Auf­fas­sung des Gerichts habe die LMU mit der im eige­nen Namen getrof­fe­nen Ent­schei­dung, den Diplom­stu­di­en­gang ein­zu­stel­len, die Gren­zen ihrer Ver­bands­kom­pe­tenz als Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft über­schrit­ten, da es sich um eine staat­li­che Ange­le­gen­heit gehan­delt habe. Die Sat­zun­gen sei­en aber auch des­halb unwirk­sam, weil die Sena­te der baye­ri­schen Hoch­schu­len zur Ent­schei­dung über die Auf­he­bung von Stu­di­en­gän­gen nicht befugt gewe­sen sei­en und damit gegen die vom Gesetz­ge­ber fest­ge­leg­ten Organ­zu­stän­dig­kei­ten ver­sto­ßen hät­ten. In der Über­gangs­pha­se vom alten zum neu­en Baye­ri­schen Hoch­schul­ge­setz (BayHSchG) zwi­schen dem 1. Juni 2006 und dem 30. Sep­tem­ber 2007 habe das Gesetz kei­ne aus­rei­chen­de Zustän­dig­keits­re­ge­lung für die Auf­he­bung von Stu­di­en­gän­gen getrof­fen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Der BayVGH hat zwar die Revi­si­on gegen die­ses Urteil nicht zuge­las­sen, hier­ge­gen kann jedoch Beschwer­de zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig erho­ben wer­den.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Janu­ar 2009 – 7 N 08.1140